Hinter einer Growshoptheke wird man zwangsläufig Zeuge netter Dialoge der Kunden, die sich sehr oft um das Thema Ertrag drehen. „Wie war Deine Ernte?“ „Ganz okay, Strawberry Cough auf Hydro, gab 0,8 Gramm pro Watt dieses Mal. Das nächste Mal versuche ich mal den XY-Dünger, dann komme ich vielleicht endlich auf mein Gramm pro Watt“.

In Growerkreisen hat sich, diese ungeschriebene „ein Gramm pro Watt“-Regel als Maßstab für effiziente Indoor-Technik in den Köpfen vieler Heim(lich)-Gärtner festgesetzt. Hierbei handelt es sich allerdings um einen groben Richtwert, der bei guten und erfolgreichen Ernten sowohl über- als auch unterschritten werden kann, weil die Ertragsmenge neben der Zeit und der verbrauchten Energiemenge nur einer von mehreren Faktoren ist, der über die Effizienz der eingesetzten Mittel und die Qualität des Endprodukts entscheidet. Ich habe mich in Prag mit Can Tau* getroffen, um das Thema „maximaler Ertrag“ mal aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten, denn Can hat in der Prager Growerszene ob seines Wissens und seiner extrem guten Ernten einen legendären Ruf. Er arbeitet seit über zehn Jahren in einem sehr ambitionierten Prager Growshop und kann, dank der liberalen Gesetzeslage dort und trotz seiner exponierten Stellung im Growshop, ziemlich unverkrampft sowie erfolgreich einen kleinen Growschrank in seiner kleinen Wohnung in der Innenstadt betreiben.
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In unserem südöstlichen Nachbarland merkt man immer wieder, dass Grasanbau zu Hause dort ein wenig lockerer gesehen wird als hierzulande, bei meinem Besuch in Prag hielt es mein Gastgeber noch nicht einmal für notwendig, die Rollläden runterzulassen, während er mir seine Pracht präsentiert hat, so dass der verräterische Lichtschein bei meiner Fotosession bis auf die Straße gestrahlt hat. Hat halt wenig zu befürchten, anders als seine Leidensgenossen im deutschsprachigen Raum. Doch bevor er mir sein Zelt präsentiert, erzählt mir Can ein wenig von seinen ersten Anbauversuchen. Angefangen hatte es noch zu „Ost-Zeiten“, indem er aus versamten Gras ein paar Samen gesammelt und Outdoor angebaut hatte. So hat mein Kollege erst einmal ein paar Jahre draußen Erfahrung gesammelt und als Ende der 1990er Jahre die allerersten Growshops in Prag eröffneten, war Can einer der ersten Kunden. Denn der Hanfanbau im kleinen Rahmen wird nicht erst seit der gesetzlichen Liberalisierung toleriert, auch vorher wurden ein paar Pflanzen im Garten oder eine kleine Growecke in der Wohnung nicht wirklich als Problem angesehen. Los ging es im Jahr 2001 mit einer 150 Watt Armatur, mit der er ganze 30 Gramm Hanfblüten mittlerer Qualität aus Samenpflanzen ergärtnert hatte. Das neue Hobby hatte dann regelmäßige Besuche im Growshop zur Folge. Der Besitzer hat ihm irgendwann statt weiterhin Fragen zu beantworten einen Job angeboten und von da an ging es richtig los.

Die erste Box mit einer einfachen 400 Watt „Ausrüstung“ sollte vor zehn Jahren im Schlafzimmer ein neues Zuhause finden, wofür Can durch englische Literatur über verschiedene Kultur-Methoden und allerlei Techniken gelesen hatte, weil es die in seiner Muttersprache damals noch gar nicht gab. Dabei wurde ihm klar, dass ein Hobby wie die Cannabiszucht mehr ist, als lediglich ein paar Pflänzchen im Garten zu gießen, so wie er es bisher bei seiner Low-Budget Lampe gemacht hatte.

Seine erste Box mit einem Quadratmeter Grundfläche bestand aus einer 400 Watt Armatur mit einem günstigen Reflektor, einem kleinen Tischventilator und dem wohl kleinsten Aktivkohlefilter mit Lüfter, den der Growshop damals hatte. Weil die Zucht aus Samen zu aufwendig war, hat sich Can dank seiner erwähnten Belesenheit in Sachen Hanfanbau damals schon eine kleine Mutterbox (80x40x80cm) gebaut und versorgt sich so seitdem selbst mit Stecklingen, für die er die notwendigen Mutterpflanzen akribisch aus dem in Tschechien einfach zu erstehenden Saatgut selektiert. Oft mit Hilfe von Freunden, die gerne mal einen neuen Phänotypen oder eine ganz neue Sorte ausprobieren, um Can dann ein paar Wochen ihr Feedback in Form einer netten Blüte zu geben.

„Angefangen habe ich damals mit einer stinknormalen White Widow und hatte auch die ersten guten Erfolge. Ich bin von meinen 30 Gramm unter der 150 Watt Lampe gleich bei meinem ersten Grow aus meinen eigenen Stecklingen auf 250 Gramm Weed gekommen, für mich war das ein Quantensprung.“

Zuerst war unser Prager Freund auch ganz zufrieden mit seinem neuem Heimlich-Garten, allerdings wurde ihm mit der Zeit und vor allen Dingen durch seine Tätigkeit im Growshop klar, dass er sich noch verbessern kann. Nicht, dass Can alle, die mit ihren „Spitzen-Erträgen“ geprahlt haben, ernst genommen hätte. Nähme man die alle Grow-Legenden, die einem hinter der Theke zu Ohren kommen, für bare Münze, hätte man als Growshopper spätestens nach zwei Arbeitstagen das Gefühl, einen unterbezahlten Job und zudem keine Ahnung von der Materie zu haben. Trotzdem gab es immer ein paar wenige Kunden, die die damals für Can magische 1 Gramm/Watt-Grenze gesprengt haben, das allerdings ohne damit anzugeben. Mit der Weile kennt man seine Kunden, das ist wie im richtigen Leben: Wer prahlt, den Längsten zu haben, steht irgendwann ganz schön nackig da.

Can hat dann peu a peu immer wieder Kleinigkeiten in seiner Box verbessert:

  • Die Luftumwälzung wurde durch das Aufhängen eine zusätzlichen Ventilators verbessert.
  • Der Standard-Reflektor wurde gegen einen Adjust-a-Wing mit einem Cooltube ausgetauscht.
  • Die Abluftanlage (180mm³/h) wurde gegen eine variable Lüfter/Filter-Kombination (240m³oder wahlweise 360m³/Stunde) ausgetauscht, so dass ein besserer Luftaustausch stattfinden konnte und Can bei großer Hitze durch die variable Lüfterleistung noch die Frischluftzufuhr erhöhen kann.
  • Der Dünger wurde ebenso gewechselt: Nutzte Can anfangs einen Ein-Komponenten Dünger und lediglich einen Phosphorzusatz, ist er mit der Zeit auf einen Drei-Komponenten Dünger umgestiegen und gibt ab und zu noch ein ein paar Kleinigkeiten wie Trichoderma, nützliche Bakterien und Blühstimulator mit ins Gießwasser.
  • Danach kam eine Osmoseanlage und gleichzeitig hat Can angefangen, die Werte seines Gießwassers zu messen anstatt sich auf die allgemeinen Angaben der Hersteller zur Dosierung zu verlassen. Zuerst den Ec-Wert, damit er in den unterschiedlichen Entwicklungsstadien genau die richtige Menge an Dünger gibt. Später auch den pH-Wert, damit der Dünger auch verwertet werden kann. Das mit dem Messen sei ihm als Naturfreund anfangs irgendwie suspekt gewesen, aber mittlerweile ist auch Can aufgrund ihrer Ertrags steigernden Wirkung ein Freund guter, verlässlicher Messgeräte.
  • Zudem hat er sich im Laufe der Jahre gewisse Extras wie einen Klimaregler, ein elektronisches Vorschaltgerät, Heizmatten für die Stecklinge und eine kleine, mobile Trockenkammer zugelegt.

Lediglich beim Medium ist er so gut wie nie nie umgestiegen, Can nutzt seit seinem ersten Grow ein Kokos-Perlite (80:20 Mischverhältnis) Gemisch, das die Nährlösung relativ lange speichert und trotzdem ausreichend Luft an die Wurzel lässt. Kurze Ausflüge ins Hydro- oder Erdmilieu hat unserer Prager Gärtner mit so viel Lehrgeld bezahlt, dass er schnell wieder auf Altbewährtes zurückgegriffen hat. Das sei aber seine eigene Schuld gewesen, da er zu dieser Zeit noch dachte, ohne Messgeräte arbeiten zu können, was sich besonders auf hydroponischen Medien verheerend auswirkt.

Der Aus- und Umbau seiner Box und die damit verbundene Ertragssteigerung waren ein stetiger Prozess und nach drei Jahren war Can mit all seinen neuen Errungenschaften und Änderungen an eine Grenze von ungefähr 330 Gramm pro Ernte gestoßen. Er hatte mittlerweile diverse Sorten durchgetestet und fleißig gute Phänotypen selektiert, mal mehr, mal weniger geerntet, die ein Gramm pro Watt Grenze aber nie erreicht.

Weil mein Gastgeber aber unbedingt auch erreichen wollte, was er bei wenigen anderen gesehen hatte, hat er sich eine neue Strategie überlegt: Bislang hatte Can versucht, die Ladies schon kurz nach der Bewurzelungsphase in die Blüte zu schicken und hatte so auf einem Quadratmeter immer 25 Pflanzen stehen, keine höher als 15 – 20 Zentimeter, als die Blütephase eingeleitet wurde. Ein Grower aus seinem Stammforum riet ihm, die Stecklinge erst in den Blüteraum zu stellen, wenn sie eine Größe von 30-35 Zentimetern erreicht hatten und dafür nur 18 oder 20 Witwen erblühen zu lassen. Seine Sensi Star, von denen er damals eine Mutterpflanze besaß, legten in der Blütephase ungefähr das Vierfache der ursprünglichen Größe zu und nach oben hatte Can in der Box bei seinen bisherigen Ernten ordentlich Platz. Also tat er wie ihm geraten, und er ließ die Sorte von Paradise Seeds in der vegetativen Kammer unter einer neu montierten Leuchtstoffröhre nach der Bewurzelung noch zwei Wochen wachsen, bis die Mädels die gewünschte Größe erreicht hatten. Der positive Nebeneffekt des langsamen Wachstums unter der relativ schwachen Röhre waren die kurzen Internodien, die die kompakte Blütenbildung in späteren Entwicklungsstadien unterstützt. Nach dem Umtopfen in 6-Liter Töpfe ließ unserer tschechischer Freund den jetzt nur noch 20 statt 25 Ladies lediglich einen Tag Akklimatisationszeit in der Blütekammer bei 18 Stunden Licht, um Tags drauf die Zeitschaltuhr auf 12 Stunden Beleuchtung zu stellen und so die Blüte einzuleiten. Durch das bereits kräftig entwickelte Wurzelwerk und Cans gute Pflege explodierten die Witwen förmlich und legten innerhalb von drei Wochen fast einen ganzen Meter an Höhe zu, bei seinen vorherigen Grows war Cans Angaben zufolge bei 80-90 Zentimetern Gesamtgröße definitiv Schluss. Die 20 Mädels hatten zum Ende des Längenwachstums eine Größe von 120-130 Zentimetern erreicht, so dass Can trotz des Cooltubes fast schon Probleme hatte, den notwendigen Lampenabstand einzuhalten, um die Spitzen nicht zu verbrennen. Das war übrigens bei seinem aktuellen Grow auch so, doch dazu später.

Der Rest lief nicht anders als zuvor und nach knapp neun Wochen hatte Can, was er immer schon wollte: 435 Gramm unter einer 400 Watt Lampe und somit die 1 Gramm/Watt Grenze endlich erreicht.

Im Growshop hatte Can dann den Arbeitskollegen stolz von seinem Erfolg erzählt, woraufhin ein ebenso erfahrener Kollege ihm dann eine Antwort verpasste, die Can als mittlerweile altgedienter Grower nicht unbedingt erwartet hätte: „Deine Rechnung in Gramm pro Watt ist nicht immer das Wahre. Wenn ich deine aktuellen Ergebnisse mit dem vergleiche, was Du vorher gemacht hast, ist der Unterschied doch gar nicht so groß: Du hast vorher 330 Gramm innerhalb von 60-65 Tagen geerntet. Das sind ungefähr 5,5 Gramm am Tag. Jetzt hast Du innerhalb von 75-80 Tagen gute 400 Gramm geerntet, was auch ungefähr 5,5 Gramm pro Tag entspricht. Zudem hast Du für die Vorwachsphase noch eine extra Lampe neben Deiner Mutterpflanze aufhängen müssen, damit sie schnell genug vorwachsen, das kostet extra Strom und somit Geld“

Can (und mittlerweile auch ich) musste damals zugeben, das „Gramm pro Watt Ding“ nie aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet zu haben, war aber ob der fetten Tops so glücklich, dass er seitdem immer ein wenig länger wartet, bis er die Blüte einleitet. Außerdem hat er gemerkt, dass er keine Extra-Lampe in der vegetativen Kammer braucht, wenn er die neuen Stecklinge einfach zwei bis drei Wochen früher vorbereitet. So haben sie statt mehr Licht ausreichend Zeit, sich im Schatten der Mutterpflanze bis zur gewünschten Größe zu entwickeln. Dadurch reicht dem Hanfliebhaber aus Prag die 150 Watt Energiesparröhre, die er über seinen Mutterpflanzen platziert hat. Die Stecklinge brauchen zwar ab dem Einstecken fast fünf Wochen, bis sie in 10×10 cm Töpfen 30 Zentimeter erreicht haben, dafür spart sich Can die zusätzliche Lampe, die seine 1 Gramm/Watt Rechnung ein wenig unökonomischer gemacht hat.

Seitdem schneidet er schon neue Stecklinge, wenn der aktuelle Grow in der zweiten oder dritten Blütewoche ist. Die brauchen dann 10-14 Tage zum Bewurzeln und nochmal gute drei Wochen, um groß genug für Cans Ansprüche zu sein, ohne Extra Stromkosten zu verursachen. Das bedarf zwar genauer Vorplanung, erzeugt aber keine Extra-Kosten und jetzt kann er seinem skeptischen Kollegen auch vorrechnen, dass er fast sieben Gramm/Tag erntet, weil die Ladies nur 60 Tage lang eine eigene Lichtquelle benötigen.

Heute, Ende des Jahres 2011, kann Can Tau auf eine 20 jährige Growerfahrung zurückblicken, seine Outdoorerfahrungen der 1990er Jahre mit eingerechnet.

Seit Anfang des Jahres ist Can auf eine neue Sorte umgestiegen: Er zeigt mir seine vegetative Kammer mit einer kräftigen Snow White Mutterpflanze, weil er seit seinen ersten Erfahrungen mit der White Widow so auf die „White Family“ stehe, wie er mir nicht ohne Stolz ob der gesunden Triebe und der grasgrünen Stecklinge, die im Schatten von Mama gerade bewurzeln, erzählt. Can und ich sind beide der Meinung, dass die Sorten aus der legendären Familie eine der besten Kompromisse zwischen „Kommerz-Strains“ und „ Leckerchen“ sind, gerade die Snow White produziert innerhalb von 60-65 Tagen viel Masse und dicke Buds, worunter Geschmack, Aroma und das High jedoch nicht leiden, anders als bei den reinen kommerziellen Schnellblühern.

Nebenbei „betreut“ er noch eine kleine Homebox bei seiner Freundin, in der Can seit eineinhalb Jahren neue Sorten selbst ausprobieren kann, bevor er daraus eine Mutter selektiert. Mit einer 250 Watt Lampe, einem Cooltube und sechs Pflanzen, meist verschiedene Sorten, die ausgetestet werden sollen. Eine Art Spielwiese, die es Can ermöglicht, in seiner eigene Box ohne große Experimente immer gleichbleibend gute Erträge zu erzielen, selbst wenn er mal eine neue Sorte auf seiner Wunschliste hat. Die wird dann eben in seiner vegetativen Kammer angesetzt, kopiert und dann in der Mini-Box seiner besseren Hälfte ausprobiert. Dort ist eine nicht ganz optimale Ernte besser zu verkraften, als in seinen eigenen vier Gartenwänden, die nach Möglichkeit fünf gleichbleibend gute Ernten pro Jahr abwerfen sollte.

Zur Zeit meines Besuchs standen in der Homebox drei Lemon Haze und drei Pflanzen einer Indica-Eigenkreuzung eines Bekannten von Can als Testobjekte, von denen unser ambitionierter Heimgärtner letztgenannte bei unserem Besuch gerade geerntet hatte.

Bei GrandFlora x SkyFlight handelt es sich um eine narkotisch riechende und sehr körperlich wirkende Eigenkreuzung zweier Schweizer Sorten, die Can zufolge bereits nach 56 Tagen erntereif war, während die Super Lemon Haze daneben gerade anfingen, erste braune Häarchen auszubilden und sicher noch fast zwei Wochen vor sich hatten. In Sachen Boxenhöhe sind die Super Lemon Haze an die Grenzen gestoßen, doch das Pflanzennetz zum Stützen der fetten Blüten wurde von Can einfach mitgenutzt, um die Buds, die zu nah an die Lichtquelle wuchsen und so zu verbrennen drohten, vorsichtig nach unten zu biegen.

Ihr Aroma erinnerte stark an den leckeren Geruch in einem Amsterdamer Oberklasse-Coffeeshop, die Tops waren viel fetter, als ich es bei dieser edlen Sorte erwartet hätte und Can hat mir erklärt, dass er ursprünglich zwei Phänotypen des Cupsiegers von 2009 hatte: Eine bildete relativ kleine Blüten, dafür hatte sich ein unglaubliches Aroma sowie so viel Harz auf den Blättern, wie Can es Indoor noch nie gesehen hatte. Der andere Phänotyp bildetete riesige Topbuds aus, dafür waren Aroma und Kristallbesatz nicht ganz so intensiv. Trotzdem entschied sich unser Prager Grower für den ertragreicheren Phänotypen, von dem ich drei Exemplare in voller Pracht erleben durfte. Doch auch diese Varietät roch extrem fruchtig sowie leicht säuerlich nach Limette und hatte einiges an Kristallen zu bieten. Leider bin ich während meines Aufenthaltes in der Hauptstadt der Tschechischen Republik nicht mehr in den Genuss gekommen, die Lemon Haze oder die Snow White zu verkosten, die Schweizer Eigenkreuzung, von der wir uns vor meiner Abreise noch ein paar Tüten gegönnt haben, war sehr lecker aber in meinen Augen ein wenig zu umwerfend …

Can meinte, dass bei diesen beiden Sorten trotz Selektion des besten Phänotypens aus zehn Samen, keine Erträge von 1 Gramm/ Watt möglich sind, dafür haben sie ein einzigartiges Aroma und auf 0,8-0,9 Gramm pro Watt kommt er auch bei der Super Lemon Haze. Nur die schnell blühende Eigenkreuzung aus Schweizer Saatgut hat sich zwar als sehr harzreich und lecker erwiesen, der Ertrag ist allerdings nicht besonders und so wird Can diese Sorte nicht als nächste Mutterpflanze in Betracht ziehen. Bei der Super Lemon Haze sieht das ein wenig anders aus. Can war noch unschlüssig, ob er 2012 mit der Snow-White als Mutterpfanze weitermachen sollte oder sich eine neue Mama aus der genialen Haze-Genetik seines Bekannten ziehen sollte. Ich werde es hoffentlich bei meinen Besuch auf der Cannabizz 2012, die vom 4.-6. Mai in Prag stattfindet, in Erfahrung bringen.

Mit Hilfe der 250 Watt Mini-Box hat mein Gastgeber auch die Snow-White Mutterpflanze Anfang des Jahres selektiert und war kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gerade dabei, in seiner eigenen Box die vierte Ernte Snow White seit Anfang März einzufahren. Can war ob der extrem dicken Buds sicher, auch dieses mal wieder über 400 Gramm zu ernten. „Vier Ernten von März bis Dezember, über ein Gramm pro Watt, eine Mutterpflanze, deren Beleuchtung auch für die Eigenversorgung mit Stecklingen reicht, das sei doch was für die thcene-Leser“, meinte mein Fremdenführer, der mir während meines dreitägigen Aufenthalts nebenbei noch ein mir unbekannte Ecke seiner Stadt gezeigt hat, zum Abschied. Die Blüte, die er mir als Geschenk für meine Gartenfreunde in Deutschland mitgeben wollte, lehne ich aufgrund der intensiven Kontrollen, die es an im Deutsch-Tschechischen Grenzgebiet seit einiger Zeit gibt, widerstrebend und dankend ab, obwohl ich ja meinen Kollegen in der Heimat gerne gutes Schweizer Indoor-Gras aus Tschechien zum Verkosten überreicht hätte.

Wie thcene-Leser/innen bereits wissen: Nur schauen, nicht nachmachen, denn der Anbau von Hanf ist in Deutschland streng verboten. Es sei denn, ihr wohnt in einem Land, in dem der Anbau von Hanf liberaler als in Deutschland geregelt ist.

* Name von der Redaktion geändert

** Zwei Wochen nach meinem Besuch habe ich das Ergebnis erfahren: Can hat zu Weihnachten 2012 stolze 470 Gramm Snow White Blüten eingedost.