Markus lebt seit über zehn Jahren in Berlin, wo er inzwischen bereits zweifacher Vater wurde – hier arbeitet er als selbstständiger Webdesigner und raucht deutlich weniger Cannabis als in seinen „wilden Jahren“. Aber noch immer raucht er täglich und kann bzw. will sich sein Alltagsleben ganz ohne Cannabis gar nicht erst vorstellen.

Pünktlich gegen 21 Uhr waren die Kinder ins Bett gebracht, und Markus begann seine wenigen Stunden „Familienfreizeit“ mit einem Joint. Das war der perfekte Moment, um mit ihm ein Gespräch über seinen ganz persönlichen Alltag mit Cannabis zu beginnen.

Hattest du schon etwas über Cannabis gehört, bevor du anfingst, das Kraut zu rauchen?

Eigentlich nicht – ich weiß auch gar nicht mehr so genau, wie es dazu kam, dass ich dann das erste Mal selbst was geraucht habe. Ich bin ja in einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg aufgewachsen und kann mich nur noch erinnern, dass ich nach einem Schulwechsel irgendetwas davon gehört hatte, was es in meinen Augen interessant und spannend machte. Außerdem hatte ich auch mitgekriegt, dass es dieser und jener in unserem Dorf bereits rauchte, und auch in der Klasse über uns gab es Einige, die wohl schon kifften. Also wollte ich es auch mal ausprobieren, um die in der Schule gehörten Erfahrungsberichte einmal mit dem eigenen Empfinden zu vergleichen. Vielleicht spielte da auch rein, dass ich gerade in einer Phase war, in der ich mich von dem kindlichen Dasein lösen und meine eigenen, „erwachsenen“ Erfahrungen machen wollte.

In welchem Alter hast du das erste Mal gekifft, und wie war das für dich?

Das war auf einem vom örtlichen Schützenverein veranstalteten Dorffest, und ich war gerade siebzehn geworden – da ich ja bereits wusste, wo die etwas Älteren bei solchen Veranstaltungen immer abhingen, stellte ich mich einfach dazu. Ich kannte die meisten von ihnen ja auch schon eine Weile, und so fragte ich dann – als sich mal wieder ein Joint auf die Reise machte – wie das eigentlich wäre, und ob ich vielleicht auch mal ziehen kann. Ich durfte, wobei man mir auch gleich mitteilte, dass die meisten beim ersten Mal gar nichts merken. Ich spürte dann aber schon etwas und empfand die Wirkung auch als sehr angenehm und entspannend. Rückblickend kann ich mich aber nur noch daran erinnern, wie ich bestimmt eine Stunde lang auf der Festwiese lag, in den klaren Sternenhimmel schaute und das Leben, das Universum und den ganzen Rest einfach nur klasse fand.

Hattest du zuvor auch schon andere Drogen ausprobiert?

Eigentlich nur Alkohol und Tabak – erst danach habe ich dann vereinzelt auch mit anderen Drogen experimentiert.

Was hat dir an Cannabis so gut gefallen, dass es nicht bei dem einen Joint blieb?

Das lag wohl am Gesamtpaket: Wir waren eine Gruppe guter Freunde, konnten bekifft prima ablachen, aber auch über Gott und die Welt quatschen. Cannabis beflügelte meinen Geist und weckte in mir ein ganz neues Lebensgefühl – und es passte auch prima zum Gitarre spielen und singen. Wir hatten da so ein kleines Blockhaus im Wald zu unserem Hauptquartier erkoren und trafen uns dort immer, um abzuhängen und dabei auch immer mal was zu rauchen. So rutschte ich relativ schnell in die regionale Hanf-Szene und kriegte immer mehr mit, wie stark verbreitet das Rauchkraut in der baden-württembergischen Provinz bereits war. Nur wenige Monate nach meiner ersten eigenen Erfahrung war dann Cannabis auch mein Hauptthema, und ich besorgte mir bereits selbst immer mal wieder was. Ich kannte inzwischen auch einige Grower und erfuhr, wie man das Kraut am besten kultiviert – und ich rauchte bereits täglich wenigstens einen Joint.