Dan* ist ein alter Bekannter von mir, mit dem ich mich regelmäßig zum Gedankenaustausch über die neuesten Growing-Trends treffe, verfügt er doch über einen großen Wissensschatz und langjährige Erfahrung in Sachen Grasanbau unter Kunstlicht. In den letzten Jahren hat er sich vornehmlich der Zucht nicht allzu bekannter Sorten gewidmet, immer auf der Suche nach dem besonderen Geschmack und dem ultimativen High. Bei meinem letzten Besuch hatte Dan neun Ladys in seiner Homebox S (80x80x160 cm) stehen und war nach langen Jahren auch endlich mal mit einem Interview und der Veröffentlichung ein paar seiner Ladies im thcene einverstanden.

Bei Dans Hanfdamen handelte es sich um neun spanische Senoritás namens The White x Mandala Purple #1, deren Genetik von den ambitionierten Breedern der „Blazing Pistoleros“ geschaffen wurde. Blazing Pistoleros sind ein spanisches Züchterkollektiv, dessen Breeder „DC105“, „Krip“ und „Keeper“ klassische, erfolgreiche Sorten untereinander kreuzen und stabilisieren und so immer wieder neue, extravagante Leckereien schaffen. Dabei arbeiten sie ausschließlich mit regulären, nicht feminisierten Samen. Grundlage für die spanische Kreuzung in Dans Schrank waren ein unbekannter F1 Sativa/Indica-Hybride und die legendäre Mandala Purple #1 von Mandala Seeds. Dabei herausgekommen ist ein extrem harziges Weed, das vom Wuchs her eher einer Sativa gleicht, bezüglich Aroma und Blühgeschwindigkeit aber eher Indica-lastig ist. Laut Angaben der Züchter ist es für out- sowie indoor geeignet, wobei Outdoor-Fans bedenken sollten, dass das Saatgut aus Spanien kommt und dort aufgrund des langen Sommers eine längere Reifezeit nutzen kann. Allerdings könnte es mit den 60 Tagen, die es unter Kunstlicht braucht, auch für unsere Breitengrade gut geeignet für draußen sein. Doch leider kann man von der benötigten Blütezeit unter Kunstlicht nur bedingt auf eine Outdoor-Tauglichkeit schließen, besonders, wenn die Blütebildung so wie bei der The White x Mandala Purple #1 (im Folgenden auch: TWxMP#1) auch indoor relativ spät anfängt, dafür aber schnell voranschreitet. Hier könnte nur die Praxis Ergebnisse liefern.

Dan jedenfalls hat festgestellt, dass der „Purple“ Anteil des Strains unter Kunstlicht kaum zum Tragen kommt, auch die Exemplare, die er bei seinem ersten TWxMP#1-Durchgang deshalb extra ein wenig länger hatte stehen lassen, hatten auch nach 70 Tagen nur ganz zarte lila Blütenspitzen. Vielleicht war es in Dans Homebox nachts auch einfach nicht kalt genug, damit die Blätter dunkel werden. Sechs seiner neun Damen hatte er nach genau 60 Tagen geerntet und mir die Restbestände der letzten Ernte kurz nach dem Interview in Form eines Vapo-Köpfchens präsentiert. Dans The White x Mandala Purple #1 hatte ein ziemlich fruchtig-narkotisches Aroma. Eine eher seltene Kombination, wenn es um die Beschreibung von Grasgeruch und -geschmack geht, aber das ist ja auch Dans Vorliebe: mal was Extravagantes, was nicht unbedingt dem Geschmack des Mainstream entspricht. Aber ich muss gestehen, dass trotz des unbestreitbaren Ballereffekts sowohl das Fruchtaroma als auch die Sativa deutlich spürbar waren, letztere weniger beim Aroma, sondern bei der Art des Highs. TWxMP#1 ist überraschenderweise kein Couchlocker, auch wenn es „von außen“ so aussieht. Dafür ist es extrem ergiebig, nach insgesamt sechs Zügen haben wir den Vapo beiseite stellen müssen, obwohl der Kopf noch halb gefüllt war.

Bevor uns Dan von seinem aktuellen The White x Mandala Purple #1-Durchgang erzählen wird, habe ich ihm noch ein paar Fragen zu seiner Karriere als Kleinstgärtner und zu seinem Equipment gestellt.