Meer, Sonne, Steinstrand, Bötchen – ich sitze in einem kleinen Café am Hafen; mir gegenüber sitzt Mick, ein ca. dreißigjähriger Deutscher, der hier seit einiger Zeit lebt, arbeitet, Cannabis raucht und mir ein paar neugierige Fragen beantworten möchte. Um uns herum sind nur Spanier, keine deutschen Touristen, und so hoffe ich, ganz ungestört mit ihm sprechen zu können.

Wie ich hörte, lebst du nun schon seit ein paar Jahren auf dieser wunderschönen Insel – was genau machst du eigentlich hier?

Ja, hier ist es echt schön, was? Ich bin jetzt seit über drei Jahren hier und arbeite auf einem Hochplateau in einem Fruchtgarten. Ich wälze Kompost, ernte Früchte und Gemüse und packe ab für unseren Verkaufsstand auf dem regionalen Markt.

Dann kennst du dich also gut mit dem Anbau von Pflanzen aus? Hast du vielleicht sogar irgendwo ein paar eigene Cannabispflanzen herumzustehen?

(Mick lacht) Ja, klar. Die letzten Jahre schon. Wir haben ja hier ein sehr niederschlagsarmes und mildes Klima. Aber nachdem es hier in dieser Gegend fast zwei Jahre gar nicht geregnet hat, haben letztes Jahr heftige Regenfälle die ganze Anbausituation bei mir verändert. Dabei ist eine ganze Menge Erde weggespült worden und das Wasser war verkeimt. Ich warte jetzt noch eine Weile, bis alles wieder abgetrocknet ist, und dann muss ich das Feld mit größeren Steinen gegen einen erneuten Erdrutsch absichern. Bis dahin kaufe ich eben von anderen.

Hast du eine gute Connection auf der Insel?

Klar, schließlich kommt der ganze Shit von Marokko durch Spanien nach Europa. Das ist quasi das Tor nach Europa.