Ein jeder Grower wünscht sich beim Indoor-Growing reich verzweigte, kompakt wachsende Pflanzen. Es gibt eine Reihe von einschlägigen Maßnahmen, die die Verzweigung und kompaktes Wachstum fördern, vor allem wird dies mit dem Beschneiden und/oder Herunterbinden der Pflanzen erreicht. Es gibt aber auch eine wenig bekannte, ganz spezielle Methode, um eine geradezu explosive Verzweigung bei Hanfpflanzen zu erreichen.

Dazu muss man etwas mit der Wachstums- und Blütephase spielen und die Pflanzen an einem bestimmten Entwicklungszeitpunkt auf besondere Weise manipulieren: wenn sich eine weibliche Pflanze bereits nachhaltig in Blüte (bei einer Photoperiode von täglich 12 Stunden Licht) befindet, also nach ungefähr 2,5-3 Blütewochen, wenn die Triebspitzen knubbelig geworden sind und aufgrund der entstandenen Blütenanlagen die Form kleiner Röschen angenommen haben. An diesem Punkt wird die Manipulation vollzogen: Man verlängert die Lichtperiode auf volle 24 Stunden und zwingt die Pflanzen so zur Rückkehr in das vegetative Stadium. Nach einiger Zeit – es kann einige Wochen dauern – findet an den Nodien bzw. Blattachseln, aus denen die Blütentriebansätze hervorgetreten waren, im nun wieder vegetativen Wachstum ein Triebvervielfachungseffekt statt. Aus jedem Nodium können zwei bis drei, im Extremfall bis zu fünf neue junge vegetative Triebe hervorsprießen. Der Grund dieser wundersamen Vermehrung liegt darin, dass aus den in der frühen Blütephase noch eng an eng sitzenden, gestauchten Vegetationspunkten der Blütentriebe statt Blütenständen nun jeweils neue vegetative Triebe wachsen, die so dicht beieinander sitzen, dass ihre Basis mitunter zu einem gemeinsamen Nodium verwächst.

Im normalen vegetativen Wachstum bringt jede Blattachsel bekanntermaßen nur einen Seitentrieb hervor. Diese Methode der Rückversetzung von blühenden Pflanzen ins vegetative Wachstum ist zu unterscheiden von der so genannten Vollverjüngung, bei der vollständig ausgeblühte Pflanzen radikal zurückgeschnitten werden, um wieder bei Null zu beginnen, aufs Neue vegetatives Wachstum zu bewirken.