Fast jeder, der sich schon länger mit der Kultivierung von Cannabis beschäftigt, wird schon mal mit ihnen konfrontiert worden sein – Mutanten, gendefekte Cannabispflanzen, deren Wachstum stark von der Norm abweicht.

Mutationen sind die Folge spontan auftretender Veränderungen der Erbsubstanz. Diese werden durch die Veränderung der Basensequenz eines Gens (Genmutation), eines Chromosoms (Chromosomenmutation) oder der Vervielfachung des Chromosomensatzes einer Zelle (Polyploidie) verursacht. Bereits die Veränderung nur eines Basenpaares kann tiefgreifende Konsequenzen haben: Eine falsche Basensequenz kann zum Einbau einer falschen Aminosäure bei der Proteinsynthese führen, sodass die Funktion des jeweiligen Enzyms bzw. Gens eingeschränkt oder total gehemmt sein kann. Da bei Mutationen das Erbgut verändert wird, werden Mutationen häufig auch auf die Nachkommen der jeweiligen Pflanze vererbt. Mutationen können spontan auftreten (Spontan-Mutation), z. B. durch Fehler bei der identischen Replikation der DNS, oder aber als Folge äußerer Umwelteinflüsse, z. B. durch die Einwirkung radioaktiver Strahlung, UV-Strahlung oder chemischer Gifte (induzierte Mutation). Von einer Mutation zu unterscheiden ist die Modifikation. Diese findet statt, wenn Umwelteinflüsse zu einer Veränderung des Phänotyps, nicht jedoch des Genotyps, führen. Die Modifikation betrifft also nur die äußere Erscheinung der Pflanze und bewirkt keine Veränderung des Erbguts, sie ist nichts anderes als die konkrete Ausformung einer Pflanze an einem bestimmten Standort. Demzufolge werden Modifikationen auch nicht vererbt.