Am 4. Mai zog auch in Berlin mit dem Hanftag eine Demonstration für die Legalisierung von Cannabis durch die Stadt, die im Zusammenhang mit dem weltweit stattfindenden Global Marihuana March (GMM) stand – neun weitere deutsche Städte waren in diesem Jahr mit dabei.

Alles begann Anfang 1999 in New York, als Langzeit-Aktivist und „Yippster“ Dana Beal zu einem weltweiten Protest-Wochenende aufrief – zunächst unter dem Namen Million Marihuana March, da es das erklärte Ziel der Veranstalter um Beal war, am ersten Mai-Wochenende weltweit eine Million Menschen für die Legalisierung von Cannabis zu mobilisieren.

Im Sommer 2001 reiste Beal höchstpersönlich nach Berlin und sprach hier vor dem Roten Rathaus auf der Hanfparade über die von ihm initiierte globale Protestveranstaltung, die von Anfang an vor allem folgende Ziele verfolgt:

– alle Verhaftungen wegen Cannabis einstellen

– Prohibitionslügen widerlegen

– Hanf als Medizin freigeben

– Abschaffung des Gefängnissystems

Diese Ziele fasste Dana Beal in der Forderung „Cures Not Wars!“ (Heilung statt Krieg!) zusammen und gründete auch gleich eine NGO gleichen Namens (www.cures-not-wars.org). Leider kommt er aber seit einigen Jahren kaum noch dazu, hier aktiv mitzuwirken. Denn Dana Beal sitzt wegen Cannabis im Gefängnis – und das nicht zum ersten Mal. Nachdem er wiederholt mit großen Mengen Gras (im Auto) in den USA erwischt wurde, sitzt er derzeit im „Fox Lake Correctional Institution“ in Wisconsin und wird frühestens Ende diesen Jahres wieder freikommen. Aber auch ohne die Unterstützung seines maßgeblichen Initiators konnte der GMM in den letzten Jahren immer mehr Veranstaltungen in immer mehr Ländern verzeichnen. Danas Idee war zu einem internationalen Selbstläufer geworden – genau das hatte er sich immer gewünscht.

Mit der steigenden Zahl der weltweit teilnehmenden Städte wurden auch immer mehr Namen für die verschiedenen Veranstaltungen am ersten Mai-Wochenende geboren, und so gibt es inzwischen nicht nur den Hanftag in Deutschland, sondern weltweit noch viele andere Bezeichnungen wie zum Beispiel World Cannabis Day, Cannabis Liberation Day, Global Space Odyssey, Ganja Day, J-Day, Million Blunts Mark oder Cannabis Parade. Alle Veranstaltungen demonstrieren für die gleichen (von Dana Beal formulierten) Ziele und natürlich auch für die vollständige Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel. Die Forderungen werden zumeist durch Demonstrationen zum Ausdruck gebracht, die durch die verschiedenen Innenstädte ziehen. Es gibt aber auch Konzerte, Podiumsdiskussionen und Smoke-Inns, die im Rahmen des GMM jährlich stattfinden – und so war es auch in diesem Jahr wieder.