Die Bewegung der spanischen Cannabis Social Clubs ist im Baskenland entstanden und deshalb hier traditionell besonders stark. Einer der ältesten Clubs, der „Ganjazz Art Club“ in San Sebastian, war so nett, dem Thcene-Team Einblick in die Räumlichkeiten und die spannende Geschichte des Clubs zu gewähren. Die Community kann sogar auf drei positive Gerichtsurteile bezüglich der Club-Aktivitäten seit 2009 verweisen, die man sich auf der Homepage www.ganjazz.es im Original anschauen kann. Trotzdem agieren solche Vereine weiterhin in einer Art Grauzone, denn es gibt keinerlei genaue gesetzliche Regelung bezüglich Anbau und Weitergabe. In Spanien ist in Sachen Cannabis alles legal, solange es nicht öffentlich stattfindet und sich niemand daran bereichern möchte.

Auf europäischer Ebene und sogar bei uns in Deutschland scheint die Bewegung für Cannabis Social Clubs rasant an Fahrt zu gewinnen. Anders als bei einem  Coffeeshop-Modell setzen die Mitglieder dieser Clubs zu 100 Prozent auf Transparenz. Man entzieht so das einmal ergärtnerte Cannabis komplett der kommerziellen Vermarktung, weil sich das Angebot immer an der Nachfrage der Mitglieder orientiert. Die Produktion ist auf eine festgelegte Menge begrenzt und wird haargenau dokumentiert. Klingt wie die Planerfüllung zu DDR-Zeiten, dient aber lediglich der Deckung des vorher angemeldeten Eigenbedarfs. Ein solches Modell gibt zudem viel weniger Ansatzpunkte zu Kritik in Bezug auf eine öffentliche Verfügbarkeit und wäre hinsichtlich geltender internationaler Verträge auch viel leichter anwendbar, weil es sich wirklich nur am Eigenbedarf orientiert und, ganz wichtig, auch Präventionsarbeit zu leisten vermag. Legale Clubs gäben den Handelnden zudem viel mehr Rechtssicherheit als zum Beispiel die Duldung der Coffeeshops in den Niederlanden und wären so nicht der Willkür der politischen Umstände ausgesetzt, nur weil gerade der Bürgermeister oder die Regierung wechselt.