Vielleicht erzählen wir in Zukunft – wenn das Hanfverbot aufgehoben und Cannabis wieder Teil des alltäglichen Lebens ist – unseren Ururenkeln die Entstehungsgeschichte von Cannabissorten ja mal so, wie wir ihnen heute ein Märchen erzählen würden. Sie werden sich dann um uns scharen und freudig “Erzähl uns die Geschichte von Ed Rosenthal und Ben Dronkers noch mal! Wir wollen hören, wie das Hash Marihuana & Hemp Museum gegründet und die Ed Rosenthal Super Bud entwickelt wurde!” rufen. Und dann werden wir, hoffentlich alt und weise geworden, liebevoll lächelnd eine Pfeife anzünden und mit den Worten „Vor langer, langer Zeit …“  beginnen, unsere Geschichte zu erzählen.

Es war einmal vor langer Zeit, während der letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts – ja, das Internet war noch nicht einmal erfunden – als zwei der größten und einflussreichsten Persönlichkeiten der aufkommenden globalen Cannabisszene sich mit ganzer Kraft einer wichtigen Aufgabe widmeten. Und obwohl sie an den entgegengesetzten Orten der Erde lebten, fühlten sie die gleiche Berufung: das Verbot der Cannabispflanze rückgängig zu machen. Sowohl für Ben Dronkers als auch für Ed Rosenthal besaßen die diversen Formen der Cannabis Sativa L. nahezu magische Eigenschaften. Sie erkannten, dass diese Pflanze ein Geschenk der Natur von unschätzbarem Wert war, das zahllose Verwendungsmöglichkeiten bot, und daher kämpften sie für den normalen Umgang mit den vielseitigen Anwendungen. Als sie sich schließlich trafen, vereinigten sie ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Mittel und schufen auf diese Weise eine unaufhaltsame Kraft zum Wohl der Cannabispflanze und der Menschheit, und daraus ergaben sich viele erstaunliche Abenteuer, wie Ihr gleich lesen werdet.

Gehen wir nun zurück in die Mitte der 70-er Jahre – in jenen Tagen gab es noch keine CDs, und der psychedelische Fallout der 60-er Jahre ging noch immer sanft über dem Globus nieder, wie eine Decke aus bunten Blütenblättern. Damals waren sowohl Ed als auch Ben unermüdlich damit beschäftigt, zu reisen, zu lernen, ihr Wissen über Cannabis zu erweitern und Cannabissamen aus einer Fülle von Landrassensorten zu sammeln. Gleichzeitig, aber dennoch unabhängig voneinander, legten diese beiden Pioniere die Grundlagen für die weltweite Cannabis-Community, wie wir sie heute kennen.

Im Jahr 1981 begann die ernsthafte Züchtung des Materials, das man damals Edʼs PEHT (Potent Evolved Hybrid Type 1 = potente, hoch entwickelte Hybride Typ 1) nannte. Dessen Basis war eine Handvoll Samen, die Ed zusammengetragen hatte. Diese enthielten eine einzigartige Genmischung. Sie stammte aus Ländern, die weit über den Erdball verstreut lagen: Afghanistan, Nordindien, Südafrika, Mexiko, Thailand und Äquatorialafrika. Nun wurden die besten Eigenschaften der vielen, ganz unterschiedlichen Sorten in einer einzigen, stabilen Sorte vereinigt, und so entstand schließlich das längste und wohl komplexeste einzelne Zuchtprojekt in der Geschichte von Sensi Seeds.

In der Zwischenzeit arbeitete Ben an der Gründung des Sensi Seed Club, aus dem später The Sensi Seed Bank wurde, die heute unter der schlichten, weniger formellen Bezeichnung Sensi Seeds bekannt ist. 1985 eröffnete er ein Geschäft, das nun als Flagship-Store der Sensi-Standorte gilt. Gelegen am reizvollen Kanal des Oudezijds Achterburgwal im Herzen des Amsterdamer Rotlichtviertels – in jenen Tagen gab es nämlich ein viel abenteuerlicheres Gewirr von Kanälen, Straßen und Plätzen als heute –, wurde die ursprüngliche Sensi Seed Bank über Nacht zum Erfolg.