Im ersten Teil unserer neuen Drogeninfo-Serie nehmen wir uns natürlich den Hanf in seinen vielgestaltigen Formen und seiner enormen Produktvielfalt vor. Zwar sollte der thcene-Leser zumindest im Groben wissen, was Cannabis ist, wie es wirkt und welche Möglichkeiten diese Pflanze uns bietet. Trotzdem liegt es nahe, dass auch der gut informierte Rezipient dieses Magazins nicht alles weiß – und ohnehin stets dazulernen will. Genau deshalb eröffnen wir hiermit unsere Drogeninfo-Reihe, in der peu à peu alle bekannteren und häufiger genutzten Psychoaktiva – also die geistbewegenden Pflanzen, Pilze und Substanzen – in Form einer Fragerunde porträtiert und ausführlich dargestellt werden. Los geht’s mit Runde Eins und acht Fragen zu Cannabis, Hanf, Marihuana.

Auch wenn die geneigten Leser dieses Magazins sicherlich zu den aufgeklärten Menschen gehören und daher bis zu einem  gewissen Punkt informiert sein sollten, fangen wir mit unserem botanisch/psychonautischen Steckbrief ganz von vorne an: Cannabis ist der lateinische, also der wissenschaftliche Name der Hanfpflanze. Dabei ist bis heute nicht geklärt bzw. konnten sich die gelehrten Biologen bis dato nicht einigen, ob es drei verschiedene Spezies innerhalb der Gattung gibt, nämlich den Kulturhanf Cannabis sativa, den indischen Hanf Cannabis indica und den Ruderalhanf Cannabis ruderalis, oder ob es sich letztlich ausschließlich um die Spezies Cannabis sativa mit drei Varietäten handelt (Cannabis sativa var. sativa, Cannabis sativa var. indica und Cannabis sativa var. ruderalis bzw. Cannabis sativa var. spontanea).

Der Hanf gehört in die botanische Familie der Hanfgewächse, die wissenschaftlich Cannabaceae genannt werden. Daneben wird nur noch der Hopfen (Humulus lupulus) zu dieser Familie gezählt – Hanf und Hopfen sind also biologisch eng miteinander verwandt. Wer jemals eine Flasche herberen Bieres geöffnet hat – das ist zum Beispiel beim Jever Pilsener ganz besonders der Fall – wird sich möglicherweise über einen gewissen Grasgeruch gewundert haben. Auch verströmt blühender Hopfen zur Sommerzeit vornehmlich in den Morgenstunden einen Geruch, der dem des Cannabis verblüffend ähnelt. Der Autor dieses Texts ist selber vor Jahren auf diesen „Schwindel der Natur“ hereingefallen. Aus dem fahrenden Auto heraus roch ich nämlich eines Morgens den vermeintlichen Duft des Hanfs. Eine Inaugenscheinnahme hatte dann zum Ergebnis, dass der köstliche (und vor allem vermeintliche) Cannabisduft von blühenden Hopfenpflanzen herrührte. Die Pflanzen können in der Tat zum Verwechseln ähnlich riechen.

Der Hanf ist seit Urzeiten in menschlichem Gebrauch. Die bislang ältesten Funde datieren die früheste Verwendung der Pflanze auf mindestens 10.000 Jahre vor unserer Zeit. Dabei dient Cannabis (und dessen Produkte) als Rausch- und Heilmittel, Ritualsubstanz und Nutzpflanze. Was die Pflanze so wertvoll macht, sind die enthaltenen chemischen Prinzipien, die sich in der Hauptsache aus Cannabinoiden und anderen Terpenen zusammensetzen. Das führt uns direkt zu Frage Nummer Zwei.