Kann es sein, dass niemand den Namen des mächtigsten Mannes der Erde oder den seiner Firma kennt? Ein Konzern, der nicht nur die Wall Street dominiert, sondern weltweit aktiv ist – mit einem Mann an der Spitze, der die Welt nach seiner Pfeife tanzen lassen kann.

Die internationalen Banken stehen nach dem Börsen-Crash von 2008 unter Beobachtung – sie haben die Finanzwelt erschüttert und stehen zu Recht im Fokus von Politik und Öffentlichkeit. Zocken mit Ramschpapieren, kriminelle Händler und versenkte Milliarden – Tausende Banker wurden entlassen. Waren die „Magier der Wall Street“ vor der Krise noch redselig und häufig zu Interviews bereit, herrscht seit der Krise hier völliges Schweigen.

Schweigen ist überlebenswichtig geworden, denn das Finanzkarussell dreht sich auch nach der Krise von 2008 unvermindert weiter. Im  Schatten der Banken gedeihen neue, gigantische Finanzkonzerne.

Der deutsche Ökonomie-Professor Max Otte kennt die neuen „Global Player“ – er hatte schon vor der Finanzkrise vor einem Platzen der Investmentblase gewarnt. Heute warnt er vor den neuen Giganten, die sich mit immer mehr Geld immer mehr von der Welt kaufen: „Da wurden nun die Banken reguliert, weil sie im Kreuzfeuer der Kritik standen und das Geld ist in die Schattenwirtschaft abgewandert – und das verstärkt jetzt sogar die Mechanismen, da die Öffentlichkeit glaubt, dass man das Problem mit den Banken nun im Griff habe und so diese anderen Sektoren gar nicht genauer beachtet werden.“

In diesen „anderen“ Sektoren tummeln sich Firmen, die nur Insider kennen: Vermögensfonds, die weltweit Milliarden investieren – so z. B. FMR, Wellington Management, Blackstone, Vanguard Group, State Street Corp. oder KKR. Und der größte von allen nennt sich Blackrock – der schwarze Fels. Die Zentrale von Blackrock befindet sich in Manhattan und verwaltet derzeit mit über 10.000 Angestellten ein Anlagevolumen von über 4 Billionen (4.000.000.000.000) US-Dollar – das ist etwa das Zehnfache des deutschen Bundeshaushalts. Blackrock ist heute der größte Finanzakteur auf der Erde, der auch in Deutschland an zahlreichen Firmen beteiligt ist – z. B. Siemens, Allianz, Daimler, BASF, SAP, Deutsche Bank, Lufthansa, E.ON, RWE und Rheinmetall. Über die damit verbundenen Möglichkeiten der Einflussnahme will man sich bei Blackrock natürlich nicht äußern – Interviews werden kategorisch abgelehnt. Vor allem der Chef von Blackrock – Laurence „Larry“ Fink – scheut die Öffentlichkeit und gibt ganz grundsätzlich keine Interviews. Er steuert das Imperium des Schwarzen Felsens aus der Spitze seines New Yorker Wolkenkratzers und sammelt weltweit Vermögen ein, welches er dann ebenso global wieder anlegt – natürlich möglichst gewinnbringend.