Schon als kleines Kind kam Afrob nach Deutschland, wo er in Braunschweig, Karlsruhe und Stuttgart aufwuchs. In Stuttgart begann er 1994 seine  Rap-Karriere als Feature-Artist für befreundete HipHop-Crews wie die Massiven Töne, Freundeskreis und die Berliner Spezializtz und führte dann seinen musikalischen Werdegang innerhalb der Stuttgarter Posse Die Kolchose, den FK Allstars (u. a. mit Max Herre, Joy Denalane, Gentleman und Sékou) und bei den Brothers Keepers fort. Eine enge Freundschaft verbindet ihn zudem mit Samy Deluxe, an dessen Soloalben er sich beteiligte und mit dem er auch das gemeinsame Projekt ASD gründete. In letzter Zeit war es etwas ruhiger um den deutschen Rap-Pionier geworden – Ende Mai meldet sich Afrob jedoch mit seinem mittlerweile siebenten Solo-Album zurück. Das nahmen wir zum Anlass, uns mit ihm in Berlin-Kreuzberg zu treffen und etwas ausführlicher über Musik, Politik, Gott und Cannabis zu sprechen.

Dein neues Solo-Album heißt „Push“ – da drängt sich ja regelrecht die Frage auf, wen oder was du mit „Push“ pushen willst?

Mich und die Musik, die auf dem neuen Album ist. Ich habe versucht, mit diesem Titel zu zeigen, dass man immer mit mir rechnen muss und dass ich auf jeden Fall drücke – und zwar in alle Richtungen, quasi dreidimensional: nach oben, nach unten, nach links, nach rechts, nach vorne und zurück. Egal wo du mich findest oder wo ich gerade musikalisch unterwegs bin – es ist immer auch ein gewisser Druck dabei. Das gilt natürlich nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen Rapper.

Was unterscheidet dein neues Album von den Vorgängern?

Meine neue Platte ist schon etwas melodischer als die anderen – aber es gibt auch wieder harte Beats, nur eben mit ein bisschen mehr Melodie und vielen Licks dazu. Ich finde ja, in Deutschland fehlen immer so ein bisschen die Licks – das sind kleine, melodiöse Zweitakter, die von der Gitarre oder anderen Instrumenten stammen können. Ansonsten habe ich bei meinem neuen Album sehr darauf geachtet, dass es nicht so flächig ist – ich wollte einfach, dass es für die Leute besser nachvollziehbar bleibt, indem es eine klare Melodie gibt und eine ähnlich klare Counter-Melodie. Insofern war es schon eine recht aufwendige und anspruchsvolle Album-Produktion – die fünf Produzenten, allen voran Rik Marvel, hatten da richtig was zu tun, denn ich hatte ja auch meine eigene Vorstellung von einem klassischen HipHop-Sound, der trotzdem zeitgemäß und sehr modern ist.