Sebastian* ist immer noch zu 100% Selbstversorger, hat sein Set-up jedoch seit meiner letzten Buschdoktor-Visite erheblich verbessert. Hatte er damals  noch ein kleines Growzelt zur Deckung seines Hanfbedarfs, so hat er sich mittlerweile eine kleine Growbox geleistet, die nicht nur auf den ersten Blick aussieht wie ein kleiner Akten- oder Küchenschrank. Sebastians Box erinnert mich aufgrund ihres Schrankwand-Looks eher an einen Aktenschrank und nennt sich G-Tool „Bonanza“. Über die Vorzüge dieser unauffällig aussehenden Boxen hatte ich bereits berichtet, allerdings kannte ich die Mini-Variante mit nur 60 x 60 Zentimetern Grundfläche, die seit ein paar Monaten Sebastians Zimmer ziert, bislang noch nicht. Bevor wir uns dem Innenleben der Box widmen, möchte mein Gastgeber gerne eine Euforia-Blüte der letzten Ernte mit mir verkosten. Während Sebastian seinen Vaporizer-Beutel mit feinstem THC-Dampf füllt, fällt mir auf, dass der Volcano lauter als seine kleine Growbox ist.

Beim Inhalieren des feinen Inhalts wird mir zudem bewusst, wie lange ich kein Euforia mehr genießen konnte, weil alte Klassiker wie dieser (von Dutch Passion) langsam aus der Mode zu kommen scheinen.

„Ich habe den Lüfter sogar außerhalb der Box stehen. Weil ich es besonders leise haben wollte, habe ich mir eine 500 m³/h-Lüfterbox mit Schallisolierung gekauft. Da für die Box aber 200–250 m³/h völlig ausreichen, betreibe ich den Lüfter nur mit halber Leistung. Zusätzlich habe ich ihn noch mit einem Schalldämpfer versehen, sodass er wirklich kaum noch hörbar ist. In meiner alten Box hatte ich einen 240er Rohrventilator und einen Schallschutzschlauch, die war um einiges lauter. Bei der Filtergröße habe ich mit 300 m³/ einen Kompromiss eingehen müssen, weil ein größerer Filter mir den Platz, den ich durch den außen liegenden Lüfter gewonnen habe, wieder geklaut hätte. Deshalb muss ich aufpassen, den Lüfter nicht aus Versehen auf höchster Stufe laufen zu lassen. Damit würde ich den Filter so sehr strapazieren, dass er nur wenige Wochen hält.“

Doch auch das restliche Equipment kann sich durchaus sehen lassen und die vier Pflanzen, die hinter Sebastians Rücken hervorschimmern, sehen kerngesund aus. Eine der vier ist extrem verzweigt, hat einen verholzten Stamm und steht in einem riesigen Topf, während die anderen drei durchschnittliche Indoor-Dimensionen haben und in herkömmlichen 8-Liter-Root Pouches stehen. Diese Töpfe haben die gleichen Eigenschaften wie die sehr beliebten Airpots, sind allerdings leicht und flexibel, was, je nach Einsatzbereich, vor- oder nachteilig sein kann. Beide Topfarten verhindern die nicht gewollte Ringwurzelbildung, indem die Wurzelspitzen sich durch Luft- und Lichtkontakt am Topfrand teilen, anstatt als Ringwurzel weiterzuwachsen. Sie stoppen ihr Wachstum an dieser Stelle und verzweigen sich neu. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig, sodass ein dichtes, verzweigtes und fest im Substrat sitzendes Wurzelwerk mit vielen Wurzelspitzen und Feinwurzeln entsteht. Hierbei ist ein wichtiger Faktor die Luftfeuchtigkeit der Umgebung. Je trockener die Umgebungsluft, desto stärker und härter ist der Effekt. Je feuchter die Umgebung ist, desto länger überleben die Wurzeln auch an der Luft.

Ich bitte Sebastian, noch ein paar Worte zur restlichen Ausstattung seiner Box zu verlieren.