Die Entwürfe wirken wie aus einem Science-Fiction-Film. So könnte die Erde wohl aussehen, zu der die Besatzung des Raumschiffes Enterprise von ihren Abenteuern im Weltall zurückkehrt: friedlich, fortschrittlich, nachhaltig und im Einklang mit der Natur. Was uns Jacque Fresco mit seinem Venus Projekt vorschlägt, ist aber mehr als eine fantastische Utopie. Es ist die Idee einer Gesellschaft, die wir heute bereits wahr werden lassen könnten – wenn wir einfach nur das anwenden, was wir bereits wissen.

Ist es möglich, eine radikal andere Gesellschaft auf dieser Erde zu schaffen? Eine Gesellschaft, in der materielle Werte überflüssig geworden sind, in der wir in automatisierten und dennoch grünen Städten wohnen und in der Wohlstand und Menschenrechte für alle garantiert sind? 1974 wurde den Zuschauern der „Larry King Live“-Show ein Mann vorgestellt, der sein Leben und seine Arbeit genau diesem Thema gewidmet hat: Jacque Fresco. Angekündigt wurde er als Begründer einer neuen Wissenschaft, dem „Sociocyberneering“, einem Konzept zur Schaffung einer neuen, friedlicheren Zivilisation auf der Grundlage von Wissenschaft und technologischem Fortschritt. Zu dieser Zeit hatte Jacque Fresco sich bereits einen Namen als Erfinder und Industriedesigner bei zahlreichen Unternehmen gemacht. Außerdem war er Autor populärwissenschaftlicher Bücher, die sich mit der Zukunft der menschlichen Gesellschaft befassten. Für diese Zukunft hatte er unter anderem detaillierte Modelle und Illustrationen entworfen, die er auch in der Sendung von Larry King präsentierte. Eines wurde den Zuschauern schnell klar: Dieser Mann meint es ernst. „Unser jetziges System wird nicht überleben“, so sein Statement, „es ist Zeit umzudenken oder wir werden gemeinsam untergehen.“