Cannabis muss reguliert werden. Aber wie? Derzeit gibt es zwei oft genannte Lösungsvorschläge: Die Szene macht sich bundesweit für Cannabis Social Clubs stark, während Piraten sowie Bündnis-Grüne und Die Linke immer öfter Vorstöße wagen, bei denen es um Coffeeshop-Modellprojekte geht. Am weitesten sind da momentan die Stadt Frankfurt/Main und der Berliner Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain, wo verschiedenste Fachleute gerade mit der Ausarbeitung eines Antrags für ein solches Projekt bei der Bundesopiumstelle beschäftigt sind. Zwei Ansätze, ein Ziel: Die Regulierung des Cannabismarkts unter strengen Jugendschutzaspekten. Doch welches ist das bessere Modell?

Im deutschsprachigen Raum gibt es bislang natürlich weder das eine noch das andere, und auch weltweit kann man bislang auf nur ganz wenige Erfahrungswerte zurückgreifen: Da wären das vierzig Jahre alte Coffeeshop-Modell der Niederlande, das lediglich geduldet wird und für das es deshalb keine gesetzliche Grundlage gibt. Außerdem noch Uruguay, das zwar re-legalisiert hat, bislang allerdings noch gar kein Abgabesystem eingeführt hat. Der Plan, staatlich angebautes Gras über Apotheken zu verkaufen, war reichlich unausgereift und konnte deshalb bis heute nicht umgesetzt werden. Dafür gibt es hier schon viele legale Clubs. Der Teufel liegt auch hier, wie so oft, im Detail, in diesem Fall hatten die Verantwortlichen einfach keinen Plan vom Grasanbau. In Spanien agieren bereits zahlreiche Cannabis Social Clubs, die jedoch, wenn auch weitestgehend ungestört, in einer rechtlichen Grauzone agieren. In Colorado und in Washington State, wo seit 2014 Cannabis legal an über Einundzwanzigjährige verkauft werden darf, liegen bereits ein paar Ergebnisse vor, allerdings sind die Zahlen nach nur einem Jahr mit legalem Abgabesystem mit Vorsicht zu genießen.

Trotz der mangelnden Erfahrungswerte möchte ich versuchen, einen Ausblick auf das zu gewähren, was uns in Deutschland oder Österreich im Zuge einer Umsetzung der beiden meistdiskutierten Varianten erwarten würde. Anfangen möchte ich mit der Lösung, die den meisten Lesern aus Amsterdam, Rotterdam oder einer anderen niederländischen Stadt bestens bekannt sein sollte.