Verschuldung ist die Antriebskraft unserer weltweiten Wirtschaftsmaschinerie – rein rechnerisch leben wir daher alle auf  Pump. Auch Häuser, Schulen und Staatsausgaben werden von Krediten finanziert – Verschuldung scheint die Zauberformel der Wirtschaft und der Motor des weltweiten Wachstums zu sein. Wir alle stecken im Räderwerk einer Wirtschaftsmaschine, die Tag für Tag immer weitere Schulden generiert. Doch diese Maschine ist mittlerweile nicht nur an ihrem Limit angelangt, sie gerät immer mehr außer Kontrolle. Fast überall haben Staatsdefizite schwindelerregende Höhen erreicht – aktuell tut sich auch die Euro-Zone besonders schwer, diese Schuldenkrise zu überwinden. Und wir fühlen uns schuldig, weil wir verschuldet sind.

Sind Schulden gut oder schlecht für unsere Gesellschaft?

Sind sie wirklich ein wichtiger Teil unserer Wirtschaft?

Sind Schulden etwa „alternativlos“?

Karin Berger, Abgeordnete des Finanzausschusses des französischen Parlaments sieht das so: „Im Prinzip stellt die Staatsverschuldung kein Problem dar, denn alle Staaten sind verschuldet – und dank des Wirtschaftswachstums schaffen wir jedes Jahr zusätzliche Werte. So kann man sich die Verschuldung durchaus erlauben – das ist eher positiv. Aber das Problem entsteht dann, wenn die Verschuldung eine Eigendynamik entwickelt und eine solche Höhe erreicht, dass man diese Dynamik und die jährliche Neuverschuldung nicht mehr kontrollieren kann.“

Denn ab einer bestimmten Schuldenhöhe gerät der Staat in einen Teufelskreis – damit er seine Schulden und Schuldzinsen abzahlen kann, muss er sich Jahr für Jahr immer mehr Geld leihen. Derzeit sind die meisten Länder der Euro-Zone in diesem Kreislauf gefangen.