Im Grunde genommen sind Cannabiskonzentrate nichts neues, denn Produkte wie Haschisch oder Charas werden bereits seit  vielen Jahrhunderten  produziert. Jedoch ist es so, dass dieses Phänomen in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung erfahren hat, denn inzwischen sind – neben den klassischen Methoden wie Sieben oder Reiben – eine ganze Reihe neuer Herstellungsverfahren bekannt, deren Resultate erstaunliche THC-Werte von 60% oder mehr aufweisen können. Es verwundert daher kaum, dass sich moderne Konzentrate, wie zum Beispiel Waterhash oder die unterschiedlichen BHOs, nicht nur in den USA, sondern auch hierzulande einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.

Charas

Diese Herstellungsmethode ist vermutlich diejenige mit der längsten Tradition. Benötigt werden im Grunde genommen nur blühende Hanfpflanzen. Spezielle Werkzeuge oder andere Hilfsmittel sind nicht von Nöten, denn das Harz wird einfach mit den Händen von den Blütenständen abgerieben. Von Vorteil ist es, wenn dieses Verfahren an einem Ort mit einer hohen Luftfeuchtigkeit durchgeführt wird, denn dann sind die Harzkristalle klebrig genug, um beim Abreiben an den Händen haften zu bleiben. Doch Vorsicht: Wird beim Abreiben zu fest gedrückt, bleiben nicht nur die Harzkristalle, sondern auch andere unerwünschte Pflanzenteile kleben, woraus eine Qualitätsminderung beim Endprodukt resultiert. Umgekehrt, wenn zu leicht gerieben wird, dann haftet zu wenig Harz an den Händen, so dass sich der Aufwand kaum lohnt. Es bedarf also etwas Übung, wobei es selbst erfahrenen Charas-Produzenten kaum möglich ist, mehr als zwanzig Gramm am Tag zu sammeln. Man bedenke hierbei, dass beim Reiben nur die äußeren Harzkristalle erreicht werden und jene, welche sich auf den innenliegenden Blättern befinden, bei dieser Methode unberührt bleiben. Hinzu kommt, dass viele Harztropfen beim Sammeln einfach zu Boden fallen und verloren gehen. So sind neben ausreichend Zeit auch große Bestände an frisch blühenden Cannabispflanzen von Nöten, damit sich die Herstellung letztendlich auch lohnt.

„Erfunden“ wurde diese Methode wahrscheinlich irgendwo im Himalaya, dort, wo der Konsum von Charas noch heute fester Bestandteil des sozialen und spirituellen Lebens vieler Menschen ist. Aber nicht nur in Nordindien, Nepal und Pakistan wird Charas hergestellt, sondern vereinzelt auch auf Jamaika. 

Gutes Charas ist außen von glänzend schwarzer Farbe und innen grün-braun, frei von Pflanzenresten und kann leicht mit den Fingern geknetet werden. Erhältlich ist es meist in Form dünner Streifen, Stangen, Kugeln („Balls“) oder Kreisen („Chapatis“). Die Wirkung ist aufgrund dessen, dass in der Regel Sativas das Ausgangsmaterial bilden, sehr kopflastig und stimmungsaufhellend. Charas von guter Qualität beflügelt den Geist und macht kaum müde oder „stoned“, zumindest nicht einer solchen Weise, wie es nach einem potenten “Marokkaner” passieren kann. Berühmte Charas-Sorten: Kashmiri, Manali, Malana Cream, Nepali, Pakistani, Temple Balls.