Im vierten Teil meiner Drogeninfo-Reihe will ich mich eingehend mit den Psilocybinpilzen und deren psychedelischen Inhaltsstoffen beschäftigen. Die Psilocybin bzw. Psilocin enthaltenden Pilze wachsen weltweit, und auch in unseren Gefilden finden sich viele Zauberpilze, die sich abhängig von Gattung und Art vom Sommer bis in den späten Herbst an ihren Standorten blicken lassen. Das Irrsinnige: Selbst die bei uns heimischen Zauberpilze sind dem Hexenhammer der Drogenprohibition zum Opfer gefallen, das heißt: Das Aufsammeln, Mitnehmen, Lagern, Besitzen, Zubereiten etc. ist komplett illegalisiert, obgleich diese Gewächse zur Flora unserer Heimat gehören. Der Fliegenpilz, um den es in dieser Info nicht gehen wird, ist übrigens nicht verboten. Er enthält auch kein Psilocybin oder Psilocin, sondern Ibotensäure und Muscimol. Beide Stoffe unterliegen nicht den Bestimmungen des BtMG. Auf ins Land der Pilze und Narrenschwämme!

In psychonautischen Kreisen ist immer wieder die Rede von Psilocybin-Pilzen, kurz Psilos, dabei wissen längst nicht alle, was damit genau gemeint ist. Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen: Da gibt es auf der einen Seite die Pilzarten der mykologischen Gattung Psilocybe, die im Deutschen „Kahlköpfe“ genannt werden. Die Gattung enthält Dutzende von Spezies, die psychedelische Inhaltsstoffe aufweisen, auf jedem Erdteil kommen mehrere dieser Arten vor. Und diese Pilze nennt man Psilos – jedoch hauptsächlich aufgrund ihres Inhaltsstoffvorkommens und nur untergeordnet wegen ihres Gattungsnamens. Auf der anderen Seite existiert da eine Vielzahl von Pilzorganismen, die nicht zur Gattung der Psilocybe gerechnet werden, die aber ebenfalls Psilocybin, Psilocin und andere psychoaktive Tryptamine enthalten. Zu diesen zählen einzelne Düngerlingsarten, Samthäubchen, Dachpilze und andere (siehe dazu den Punkt „Welche Pilze beherbergen psychedelische Moleküle?“). Auch diese Pilze gehören zu den sogenannten Psilos.