Nach über zwei Jahren guter Zusammenarbeit mit unserem Druckhaus wollten wir uns einmal persönlich anschauen, wie unser Heft entsteht. Ende August besuchten wir daher die Bremer Humburg Media Group (HMG) zum Druck unserer September/Oktober Ausgabe und erlebten an zwei Tagen hautnah, wie die Umschlagseiten und der Inhalt gedruckt wurden.

Am frühen Morgen des 25. August hatten wir die Druckvorlage für unsere September/Oktober-Ausgabe an unsere Druckerei übermittelt. Während ich den Tag mit meiner Anreise und einer kurzen Innenstadtbesichtigung verbrachte, hatte unsere Druckvorlage bereits die hausinterne Druckvorstufe passiert, wo sie kontrolliert und für den eigentlichen Druck vorbereitet und eingerichtet wurde. Wie ich abends von unserem freundlichen Kundenbetreuer Michael erfuhr, werden die Inhaltsseiten im Rollenoffsetverfahren erstellt – und die wären heute Abend dran. Obwohl es schon nach 22 Uhr war, liefen in den Hallen der Druckerei noch alle Maschinen. Michael erzählte mir, dass man schon anstrebe, die Maschinen 24 Stunden täglich am Laufen zu halten. Es käme zwar ab und zu vor, dass man den Prozess unterbrechen müsse – aber nach spätestens 15 Minuten liefe dann wieder alles.

Da unsere Umschlagseiten aus recht dickem Papier bestehen, werden hier große Bögen (insgesamt 4 Doppelseiten) im Bogenoffsetverfahren verarbeitet. Nachdem wir die Druckfreigabe erteilt hatten, ging es nach dem Einrichten der Maschinen an den Druck. Der ganze Prozess schien von der Papierannahme bis zum Auswurf der beidseitig bedruckten Bögen komplett vollautomatisch abzulaufen – allerdings bedarf es immer mindestens eines fachversierten Druckers, der ständig die Druckqualität und die Passgenauigkeit der verschiedenen Druckplatten (mit der Lupe) überwacht und die leeren Farbkartuschen durch neue ersetzt. Und dann hat man ja auch erst einen Bogen, der noch veredelt, geschnitten, gefalzt und geheftet werden muss. Die Umschlag-Veredelung (die ihn so glänzend erscheinen lässt) wird allerdings nicht von der HMG selbst, sondern vom einzigen „Veredler“ der Stadt Bremen vorgenommen.

Anschliessend ging es dann an den Druck der Inhaltsseiten – im Gegensatz zum Umschlagseitendruck kommt hier das Papier von einer Rolle, die (sobald sie abgerollt ist) von einer zweiten, parallel dazu aufgehängten Papierrolle ersetzt wird. Während das Papier nun durch die gut 50 Meter lange Druckanlage läuft, wird es beidseitig bedruckt, getrocknet, versiegelt, gefalzt, geschnitten und gestapelt.

Bis kurz vor Mitternacht erklärte mir Michael noch voller Leidenschaft viele Details des Produktionsprozesses – als gelernter Drucker findet er es direkt ein bisschen schade, dass er nicht selbst an so einer großen Maschine steht, sondern im Kundenbetreuerbereich tätig ist. Das heisst aber nicht, dass er nicht auch mal hier und da in der Produktion einspringt, wenn Not am Mann ist. Und Not war am Mann, an diesem Sommertag mitten in der Urlaubszeit. Und Micha sprang ein. Immer wieder. Da war es auch für ihn fast so ein bisschen „Urlaub“, als wir am Mittwoch vormittag gut 40 Kilometer aufs Land raus fuhren, um uns einmal unseren „THCENE-Baum“ anzuschauen, den wir in Kooperation mit der HMG im November letzten Jahres anpflanzen liessen, um unser Magazin klimaneutral zu drucken (CO2-Ausgleich). Ganz in der Nähe wohnt die Mutter des Druckerei-Chefs, die uns freundlich empfing und zu der Lichtung führte, wo schon eine ganze Reihe (mehr oder weniger große) Bäume anderer Druckereikunden standen, so dass wir unseren erstmal anhand der jeweils angebrachten Täfelchen identifizieren mussten. Unsere Spree-Eiche war zwar schon fast 3 Meter hoch, aber noch ein wenig dünn im Geäst und schwach auf den Blättern – außerdem stand sie fast ganz im Schatten, was für Fotografen wie mich schon ein Ausschlusskriterium ist. Also fotografierte ich den einzigen Baum der klimaneutralen HMG-Baumfamilie, der voll in der Sonne stand und dazu auch schon gut gewachsen war – und wünschte mir (ganz fest) es wäre unserer…

Zurück in der Druckerei ging es dann an den Druck der Inhaltsseiten – im Gegensatz zum Umschlagseitendruck kommt hier das Papier von einer Rolle, die (sobald sie abgerollt ist) von einer zweiten, parallel dazu aufgehängten Papierrolle ersetzt wird. Während das Papier nun durch die gut 50 Meter lange Druckanlage läuft, wird es beidseitig bedruckt, getrocknet, versiegelt, gefalzt, geschnitten und gestapelt.

Gegen 18 Uhr verabschiedete ich mich dann von den freundlichen Mitarbeitern der Druckerei und folgte noch Michaels Einladung auf einen typischen Bremer Labskaus bei ihm zu Haus. Schön mit (perfektem) Spiegelei oben drauf. Der war richtig lecker – danach durfte ich ihn ihrem Garten noch ein Tütchen rauchen und wir plauderten über Gott und die Welt. Nachdem ich so auch noch Michaels liebenswerte Familie kennenlernen durfte, machte ich mich voller Eindrücke zum Sonnenuntergang wieder auf den Weg zurück nach Berlin – in dem Wissen, dass auch unsere nächste Ausgabe wieder pünktlich am Start sein wird.