Oli* ist Cannabis-Patient in Österreich. Eigentlich bekommt er Dronabinol, also THC in Tropfenform. Weshalb, so sagt er, sei seine Privatsache, er rede nicht gerne über seine Krankheit. Worüber er aber gerne redet, ist die unerträgliche Situation in Österreich, wo der Staat zwar echtes Gras zur Dronabinol-Herstellung anbauen lässt, die Cannabispatienten aber nicht mal eine Ausnahmegenehmigung für eine Therapie mit den in Wien angepflanzten Blüten erhalten können. Was in Deutschland schon seit 2009 möglich ist, ist im eigentlich Hanf-freundlichen Österreich auch 2016 noch nicht legal.

Oli meint, das Dronabinol habe ihm mehr schlecht als recht gegen seine Beschwerden geholfen, echtes Gras sei da viel wirksamer, enthält es doch das breite Cannabinoid-Spektrum, das der Patient aus Wien braucht. Deshalb hat sich Oli vor einer Weile entschieden, Gras anzubauen. Irgendwo in einem Wiener Hochhausbezirk erwartet mich mein Gastgeber auf Zeit bereits, um mich mit einer dicken „Bedrocan“-Tüte zu empfangen. „Ich habe mir einfach aus Holland die Original Jack Herer als Samen besorgt. Das ist ja das, was eure deutschen Patienten als Bedrocan bekommen. Ich habe das mal in Deutschland probieren dürfen und ich denke, meine eigene Selektion kommt da schon ziemlich nah ran.“ Ich stimme zu, auch wenn ich bislang recht selten in den Genuss von echtem Apotheken-Gras gekommen bin und mir eigentlich die Vergleichsmöglichkeit fehlt. Schmeckt halt wie Jack Herer, Sativa lastig, klar und lecker. Bevor mir Oli jetzt noch die restlichen Strains zum Verkosten anbietet, bitte ich ihn erst einmal um einen kurzen Überblick seines kleines Grows.