Das Phänomen, dass es von einem Lebewesen nicht nur weibliche und männliche, sondern auch zwittrige (hermaphroditische) Exemplare gibt, ist in Flora und Fauna häufig vorzufinden, und sogar beim Menschen kommt es in seltenen Fällen vor. Die Cannabispflanze ist zwar von Natur aus grundsätzlich zweihäusig, d. h. die Pflanzen sind entweder nur männlich oder weiblich, es können aber auch einhäusige (= zwittrige) Exemplare auftreten. Bei manchen Hanfsorten ist die Einhäusigkeit durch selektive Zucht auch fest verankert, so z.B. bei bestimmten Fasersorten.

Hobby-Growern aber, die Cannabis zum Blütenkonsum anpflanzen, gelten Hanfzwitter als Gräuel, denn ihre unbemerkt freigesetzten Pollen können eine Kultur durch Bestäubung zumindest teilweise ruinieren. Die umgebenden teilbestäubten weiblichen Pflanzen legen dann mehr Kraft in die Samenproduktion als in den Austrieb frischer Blüten, und die Blüteproduktion kommt früher zum Erliegen. Versamte Buds von geringer Größe und Harzigkeit sind die frustrierende Folge. Besonders groß ist der Schaden, wenn die Bestäubung schon in der dritten bis fünften Woche geschieht, hier kann es passieren, dass einzelne weibliche Pflanzen, die vom Zwitter besonders viel Pollen abbekommen haben, die Blüte komplett einstellen und nur noch die Samen reifen lassen.