Kennt eigentlich jemand Marco Düerkop? Oder Martin Merlin? Carsten Schittek? Birgit Weidel? Klaus Berend? Ulrich Weigl? Christophe Kiener? Nein? Gut, jetzt könnte man meinen, weil man diese Leute nicht kennt, sind das wohl alles Gewinner von »Deutschland sucht den Superstar«. Könnte sein, stimmt aber nicht. Die Leute, die ich aufgezählt habe, sind Vertreter von Industrie- und Wirtschaftsverbänden, also Chemiebranche, Autoindustrie, Banken, Pharmakonzerne usw. – auf gut Deutsch: Das sind Lobbyluder.

Was unterscheidet diese Leute von den Gewinnern bei »Deutschland sucht den Superstar«? Wenn man die Namen der Gewinner von »Deutschland sucht den Superstar« bei Wikipedia eingibt, findet man zu diesen Leuten Einträge. Die Lobbyisten, die ich aufgezählt habe, wird man dort nicht finden, nicht einen davon. Das sind Niemande. Nichtse. Nullen. Nüsse. Nada. Niente. Nothing. Die Gewinner von »Deutschland sucht den Superstar« stehen im Licht. Und wie sang schon Bert Brecht: Die im Dunkeln sieht man nicht.

Und deswegen sind es auch diese Nobodys, die natürlich bestens geeignet sind, als Vertreter der EU über das transatlantische Freihandelsabkommen zu verhandeln. Richtig, die Obengenannten, das sind einige der Leute, die mit den USA am Verhandlungstisch sitzen. Und zwar hinter verschlossenen Türen. In diesem Bild steckt die ganze Wahrheit schon drin. Damit der Handel frei wird, müssen die Handelnden sich einsperren. Logisch. Weil sie da über Dinge verhandeln, die für die Menschen in Europa von einschneidender Bedeutung sein werden. Und was könnte da störender sein, als wenn die Menschen in Europa das mitbekämen. Und wen man deswegen hinter diesen verschlossenen Türen da nicht antrifft, sind die vielen P-s: Parlamentarier, Parteien- oder Pressevertreter, diese pösen Purschen.

Oder zusammengefasst: Leute, die wir nicht kennen, treffen sich an Orten, die wir nicht sehen, um Sachen zu verhandeln, von denen wir nichts erfahren, damit sie Dinge beschließen, die wir nicht wollen. Bislang kannten wir das nur unter dem Begriff »Lehrerkonferenz«.