Bestimmte psychoaktive Substanzen aufgrund ihrer besonderen Wechselwirkungen in Kombination einzunehmen, kann sehr interessant und reizvoll sein. Schließlich lassen sich mit Hilfe eines wohl überlegten Mischkonsums Bewusstseinszustände induzieren, welche durch den Monokonsum einer bestimmten Substanz für gewöhnlich nur schwer zu erfahren sind. Auf der anderen Seite gilt es zu wissen, dass die kombinierte Einnahme von mindestens zwei psychoaktiven Stoffen – abhängig von den substanziellen Eigenschaften, der persönlichen Konstitution und anderen Faktoren – ein erhöhtes und mitunter unkalkulierbares Risiko- und Gefahrenpotenzial birgt, welches, im Sinne der eigenen Gesundheitsfürsorge, niemals unterschätzt werden sollte. Letztlich geht es beim Mischkonsum um positive und wohltuende Synergien und um Genussoptimierung – und nicht darum, seinen Körper und Geist einer harten und unangenehmen Belastungsprobe auszusetzen.

Was in Amerika, Kanada oder Australien undenkbar erscheint und ein absolutes „No-Go“ ist, gehört in Europa zum Alltag zahlreicher Kiffer: Der Mischkonsum von Gras oder Haschisch mit Tabak. Doch auch hierzulande gibt es einen Trend dahingehend, Cannabisprodukte nicht mehr mit Tabakerzeugnissen zu mischen, sondern sich diese pur zuzuführen. Das hat nachweislich vor allem den Vorteil, dass das Cannabis-High länger anhält, die Atemwege nicht so sehr belastet werden, der Konsument von der suchterzeugenden Wirkung des Nikotins verschont bleibt und damit einhergehend auch gesünder lebt. Auf der anderen Seite ist es aber so, dass die dämpfende Note des Nikotins in Kombination mit der stimulierenden und beflügelnden Wirkung des THC-Moleküls von vielen Personen als ausgesprochen synergistisch erlebt wird. Kurzum: Beim Thema Cannabis plus Tabak liegen die Vorlieben weit auseinander. Erklärt werden kann dieses Phänomen spekulativ wohl am ehesten über kulturelle Prägungen und den berühmten Gewohnheitseffekt.

Ein weiterer Klassiker, der ebenfalls besonders in europäischen Gefilden Anhänger findet, ist der Mischkonsum von Cannabis und Alkohol, häufig auch in Verbindung mit der Einnahme von Nikotin und anderen Substanzen. Dabei handelt es sich um eine Form des Mischkonsums, die aufgrund ihrer Wechselwirkungen mit besonderer Vorsicht zu genießen ist, führt sie doch in vielen Fällen zu Übelkeit, Erbrechen und deliranten Ausfallerscheinungen. Die meisten „Cannaseure“ sind daher nachvollziehbar der Ansicht, dass Alkohol und Cannabis nicht zusammen passen, zumal in der Regel nicht die Wirkung des Weeds, sondern jene des Alkohols verstärkt wird. Jedenfalls hat es sich erfahrungsgemäß als die bessere Variante erwiesen, erst zu kiffen und dann zu trinken und es nicht umgekehrt zu praktizieren. Wer im „vollen Kopf“  nämlich einen kräftigen Zug am Joint oder an der Bong nimmt, der muss damit rechnen, binnen von Sekunden von starker Übelkeit heimgesucht oder sogar zweitweise vollständig ausgeknockt zu werden.