Wer den Film „The Wolf of Wallstreet“ noch nicht gesehen hat, dem sei dieser Streifen ans Herz gelegt. Er basiert auf dem autobiografischen Roman von Jordan Belfort, einem Aktienhändler, der in den 90er Jahren Millionen mit Betrug und Geldwäsche machte und dafür im Gefängnis landete. Heute kommt es aber immer öfter vor, dass steinreich gewordene Börsenspekulanten kein Glück (mehr) am finanziellen Erfolg empfinden, aussteigen und sich sozialen Projekten widmen, die sie erstaunlicherweise er- und ausfüllen. Stehen wir vielleicht vor einem grundsätzlichen gesellschaftlichen Wandel?

Uneigennützig im Interesse anderer zu handeln – das ist die Definition von Selbstlosigkeit. Aber wie passt das zu unserem menschlichen Wesen, was ja gerade drauf und dran ist, diesen Planeten für nachfolgende Generationen unbewohnbar zu machen? Schließlich schrieben Generationen von Philosophen: „Der Mensch ist des Menschen Wolf“ – und die Geschichte der Menschheit scheint diese gnadenlose These zu bestätigen. Doch immer mehr Wissenschaftler aus Philosophie, Mathematik, Primatologie und Neurowissenschaft stellen diese Sichtweise des menschlichen Wesens mittlerweile infrage – sie erzählen eine ganz andere Geschichte. Eine Geschichte, in der Kooperation und Selbstlosigkeit wichtige Schlüsselbegriffe sind. Dennoch vermitteln uns die Massenmedien oft das Bild einer durch und durch gewalttätigen Welt – so entsteht der Eindruck, dass man daran ja eh nichts (oder kaum etwas) ändern kann. Aber stimmt das wirklich?