Willkommen zum vorerst letzten Teil unserer Drogeninfo-Reihe. Diesmal widmen wir uns einem Psychoaktivum, das bis vor Kurzem eher unbekannt war, sich aber allmählich wachsender Beliebtheit erfreut: Es geht um das Tryptamin Ibogain und den in Afrika heimischen Iboga-Strauch, der dieses Molekül beherbergt. Ibogain fällt im Vergleich zu anderen psychedelischen Tryptaminen aus der Rolle, geht doch mit der Verwendung dieses Alkaloids ein gewisses Gesundheitsrisiko einher. Ibogain ist definitiv nichts für entspannte Psychonautenrunden im heimischen Wohnzimmer, sondern ein Entheogen, das grundlegend einen rituellen Rahmen und erfahrene Praxisanleiter erfordert.

Iboga als psychoaktives Sakrament spielt vor allem in der spirituellen Bwiti-Bewegung Westzentralafrikas eine Rolle, die bei verschiedenen Stämmen Tradition ist, z.B. bei den Fang und den Mitsogho. Die indigenen Ethnien verwenden Iboga-Zubereitungen im schamanischen Kontext, beispielsweise, um zu heilen: „Bwitis gehen bei schweren Krankheitsfällen grundsätzlich von einer Einmischung durch Geister bzw. Ahnen aus. Das Leiden ist nach ihrem Erklärungsmodell die Folge eines Verstoßes gegen die Regeln der Ahnen bzw. der Hinweis auf ein ethisch-moralisches Vergehen – und gleichzeitig auch die Bestrafung dafür. Ein derartiges Eingreifen aus der sprituellen Welt kann allerdings auch ein Zeichen von Mitgefühl mit den Betroffenen sein, die dadurch auf den Weg der Erkenntnis gebracht werden sollen. Oft ist dies die Indikation für eine Ibogain-Initiation‟ (Eudaimon 2017).

Zur spirituellen Bedeutung der Iboga-Pflanze schreibt der US-amerikanische Psychonaut Jim DeKorne: „Iboga bringt die visuelle, taktile und auditorische Gewissheit der unwiderlegbaren Existenz des Jenseits zum Vorschein. Durch seine spirituell unveränderliche Substanz gehört der Mensch zwei Ebenen der Existenz an, mit denen er vermengt ist. Er weiß nicht, wo Geburt und Tod beginnen. Der Tod verliert jede Bedeutung, weil er nichts ist, als ein neues Leben, eine andere Existenz“.

Der psychedelische Forscher Eudaimon (Pseudonym) ergänzt: „Ibogain bzw. Iboga eröffnet dem Menschen die Initiation, d.h. die Möglichkeit der Vergebung und des Verhandelns mit den Ahnen bzw. der göttlichen Vorsehung durch Erkennen und Bereuen falscher Handlungen. Hier ist der Zweck der Initiation die Reinigung von Sünden sowie die Wiederherstellung eines unschuldigen Urzustands‟.