Ist das Bedingungslose Grundeinkommen die richtige Antwort auf eine sich radikal ändernde Arbeitswelt? Zumindest stellt es schon mal die richtigen Fragen.

„What would you do if your income were taken care of?“ Vor ungefähr einem Jahr war diese Frage in riesigen Buchstaben auf einer 400 Meter langen begehbaren LKW-Plane zu lesen, ausgerollt im Berliner Tiergarten zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor. Wirklich zu lesen war sie eigentlich nur aus der Vogelperspektive – vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass es sich dabei um mehr als ein einfaches Transparent handelte. Hier wurde eine grundsätzliche, ja universelle Frage gestellt. Um über solche Fragen nachzudenken, muss man sich wohl manchmal einfach in den Himmel erheben. „What would you do…?“ Also was würdest du tun, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre, ohne den Zwang, dafür zu arbeiten oder irgend eine andere Gegenleistung erbringen zu müssen? Ohne jegliche Bedingungen? Für die Veranstalter der Aktion in Berlin, die damit für die Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens warben, ist das die wichtigste Frage unserer Zeit. Den größten Teil unseres erwachsenen Lebens verbringen wir schließlich mit unserem „Lebensunterhalt“, also mit Erwerbsarbeit, und das nicht immer unter den angenehmsten Bedingungen. Die Angst um die eigene Existenz und der daraus resultierende Leistungs- und Konkurrenzdruck lassen viele Menschen in Arbeitsverhältnissen ausharren, die sie innerlich wahrscheinlich lieber heute als morgen verlassen würden. Was wäre, wenn dieser Zwang wegfallen würde? Wären wir dann endlich frei, uns für eine Tätigkeit zu entscheiden, die uns wirklich Spaß macht? Würden wir überhaupt noch arbeiten?