Die meisten Personen denken, wenn sie den Begriff Zauberpflanze hören, an ein Gewächs mit psychoaktiver Wirkung, das den Geist beflügelt und die Sinne verzaubert – sprich: menschliches Bewusstsein spürbar und signifikant zu verändern vermag. In vielen Fällen liegen sie mit dieser Ansicht auch absolut richtig, denn so manche Zauberpflanze ist in der Tat ein machtvolles Psychoaktivum und als solches schon seit etlichen Generationen bekannt und in Gebrauch. Die eigentliche Definition der Sammelbezeichnung Zauberpflanze reicht jedoch sehr viel weiter. Sie umfasst – neben den psychoaktiven Vertretern – auch solche Gewächse, die traditionell für sämtliche Angelegenheiten genutzt wurden, die magischer oder schamanischer Natur sind – so zum Beispiel zur Abwehr und Vertreibung angezauberter Krankheiten, zur Beeinflussung oder Vorhersage des Wetters, zwecks Liebeszauber, zur Herstellung eines Ahnenkontaktes, als Opfer für die Götter und Geister oder zur rituellen Reinigung von Personen, Räumen und Gegenständen.

Schauen wir uns nun eine Auswahl ethnobotanisch relevanter Zauberpflanzen an, die in der mitteleuropäischen Flora unkompliziert gefunden werden können und mit einer Bestimmungshilfe leicht zu identifizieren sind. Viele der in diesem Artikel aufgeführten Pflanzen sind psychoaktiv, manche hingegen zeigen ihre Qualität aber auch auf anderen Ebenen – äußerst interessant und von einem spürbaren Zauber umhüllt sind sie aber alle.