Wie der Presse zu entnehmen war, verstarben von den 1.300 Drogentoten im Jahr 2016 98 an den Folgen des Konsums von sogenannten „Legal Highs“, die auch als Räuchermischungen oder Badesalze angepriesen werden. „Legal Highs“ sind ein vermeintliches Schlupfloch für Konsumenten, die eigentlich gerne Cannabis in jeglicher Form und wie auch immer konsumieren würden, die aber aus verschiedenen Gründen Angst davor haben. Das hängt aller Wahrscheinlichkeit nach weniger mit den THC-haltigen Drogen an sich zusammen, sondern vor allem mit der in Deutschland herrschenden Gesetzgebung, die Cannabis immer noch – abgesehen vom medizinisch induzierten Gebrauch, verbietet.

Da kommt schnell ein Faktorenbündel zusammen, das gegen illegalen Cannabis-Konsum spricht: Angst vor Polizeirepression, möglicher Führerscheinverlust, Stress mit dem Arbeitgeber, gesellschaftliche Repressalien und Stigmatisierung im familiären und Bekannten-Umfeld. Manchmal sind es zudem einfach auch die nicht vorhandenen Gelegenheiten und Möglichkeiten, ungestrecktes Cannabis kaufen zu können. Menschen, die gerne high sind, aber die oben genannten Repressalien fürchten oder einfach nicht in der Lage sind, sich Gras oder Hasch zu besorgen, greifen nun gerne zu „Legal Highs“. Bisher ist es der Bundesregierung erfolgreich gelungen, Cannabis zu verbieten, aber „Legal Highs“ können – trotz aller Versuche des Gesetzgebers, das Problem in den Griff zu kriegen – weiterhin über das World Wide Web relativ problemlos gekauft werden. Insofern könnten Kritiker – insbesondere der deutschen Bundesdrogenbeauftragten Marlene Mortler (CSU) – die knapp 100 Toten, die im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit den „Legal Highs“ zu beklagen sind, der Politikerin ankreiden. Denn, so könnte man meinen, Mortler verfolgt voller Überzeugung, gnadenlos und strikt eine Cannabis-Prohibition mit teilweise jahrzehntealten Argumenten, die vor neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen keinerlei Bestand mehr haben. Dabei wäre doch durch eine Legalisierung von Gras und Hasch eigentlich alles so einfach, wie immer mehr Beispiele aus Ländern auf der Welt eindrucksvoll lehren. Die wichtigsten drei Argumente, die für eine Legalisierung aus Regierungssicht sprechen, sind sicherlich 1. ein deutliches Plus an Jobs, 2. mehr Steuereinnahmen und 3. weniger von den Ärzten verschriebene Opioide, die unweigerlich in die Sucht führen. Diese drei Befunde zeigen zumindest die ersten empirischen Untersuchungsergebnisse in den USA in aller Deutlichkeit auf. Und als viertes wichtiges Plus käme hinzu: Es gäbe natürlich keine durch die berauschenden Substanzen von Mutter Natur verursachten Toten mehr, denn es ist noch kein einziger Fall bekannt, in denen ein Drogentoter auf den ausschließlichen Genuss von Cannabis zurückgeführt werden konnte – auch wenn dies von bösen Zungen immer wieder mal gerne kolportiert wird.