Nach Auto-, Kush– und CBD-Sorten zeichnet sich derzeit ein neuer Trend in der Cannabiswelt ab: Das Augenmerk von Züchtern, Growern und Forschern richtet sich nun auch verstärkt auf das Cannabinoid Tetrahydrocannabivarin, kurz THCV. Dieser Wirkstoff ist sowas wie der „exotische Bruder“ des THC, der bisher noch nicht sonderlich gut erforscht worden ist, aber ebenso wie das in den letzten Jahren immer mehr ins Rampenlicht getretene Cannabidiol (CBD) ein sehr hohes medizinisches Potenzial besitzt.

Um den substanziellen Unterschied zwischen THC und THCV aufzuzeigen, kommt man an dieser Stelle nicht ohne etwas chemisches Fachchinesisch aus: THCV ist das Propyl-Homolog des THC, statt der aus fünf Kohlenstoffatomen bestehenden Pentyl-Seitenkette des THC besitzt das THCV eine kleinere Propyl-Kette mit nur drei Kohlenstoffatomen. Faszinierend: Selbst solch geringe Veränderungen der THC-Grundstruktur, die Winzigkeit von nur zwei Atomen weniger, führen zu einer deutlichen Veränderung der Wirkung dieser Substanz. Denn THCV ist zwar ebenso wie THC von psychoaktiver Natur und bindet im menschlichen Körper an die gleichen Rezeptoren an, doch es gibt einige Unterschiede bei der Wirkungsweise – wobei hier aufgrund der bisher nicht gerade umfangreichen wissenschaftlichen Forschung zu THCV allerdings noch einiges im Unklaren und teils widersprüchlich ist.