Für ihre Zuchtlinien verwenden Mike und Jasmin, die Betreiber von Mandala Seeds, nur einzigartige, unverbrauchte Landrassen, z.B. aus Indien, Nepal, Nord- und Südamerika oder Jamaika, die sie auf ihren vielen Weltreisen selbst gesammelt haben. Bei Mandala Seeds ist individuelle Old School-Genetik also schwer angesagt. Die Genetik-Linien werden nach strengen züchterischen Kriterien selektiert und rigoros auf Stabilität, Homogenität und optimales Wuchsverhalten getestet. Das Ergebnis sind robuste, sehr wüchsige Pflanzen mit hoher F1-Hybridkraft, die indoors wie outdoors gleichermaßen gut zurechtkommen.

Die weltweite Grow-Gemeinde hat dieses vorbildliche Konzept begeistert angenommen und auch das berühmte High Times Magazine hat Mandala Seeds bereits mehrfach gefeatured – ihre Hashberry beispielsweise schaffte es 2006 in die Sorten-Top Ten des Magazins. Gleiches gelang Krystalika 2011 und Satori wurde von der Mutter aller Hanfmagazine sogar zur „Pflanze des Jahres 2007“ gekürt. Die Krönung aber war wohl 2011 die Aufnahme von Mandala Seeds in die High Times-Seed Bank Hall of Fame.

Anfang 2007 brachten Mike und Jasmin mit Mandala #1 einen Sorten-Knaller auf den Markt, der bis heute ein absoluter Topseller ist. Bei der Züchtung von Mandala #1 war es die oberste Zielsetzung, eine Sativa-dominante Sorte zu kreieren, die auch und gerade in nördlichen Breitengraden gut zurechtkommt und bereits im September zur Reife gelangt. Das genetische Profil von Mandala #1 ist wohlklingende Musik in den Ohren eines jeden Growers: Eine südafrikanische Hochland-Sativa wurde mit einer neuseeländischen Purple Indica und einer nordindischen Sativa zu einer Mostly Sativa-Hybride vereinigt. Mandala Seeds machen keinen Hehl daraus, dass beim Anbau von Mandala #1 zwei unterschiedliche Phänotypen auftreten: Ungefähr 30% der Pflanzen gehören zum Sativa-Phänotyp und wachsen in der Form eines Weihnachtsbaumes. Die Blüten dieses Phänotyps sind trotzdem kompakt und die Pflanzen leicht kultivierbar. Der Indica-Phänotyp von Mandala #1 wächst flacher, hat einen dickeren Hauptstamm, kürzere Seitenzweige und größere Blätter, was ihn gut geeignet für die Sea-of-Green-Methode (SOG) macht. Dabei sind beide Phänotypen von Mandala #1 sehr harzig.

Häufig treten lilafarbene Blüten auf, die den Pflanzen dann natürlich eine besonders attraktive, poppige Erscheinung verleihen. Bei der Indoor-Kultivierung von Cannabis kommt es selten zum Auftreten von intensiven lila Farbtönen, weil diese viel häufiger von Outdoor-Sorten gebildet werden und ihre Intensität durch den Faktor Kälte gesteigert wird. Mandala #1 aber wird auch indoors oft purple – ein Feature, dass sie für farbenverliebte Indoor-Grower zusätzlich interessant macht. Die lila Farbkomponente bei Mandala #1 geht auf die neuseeländische Purple Indica, den männlichen Elternteil der Sorte, zurück.

Mandala #1 ist einfach zu kultivieren, denn ihre Landrassen-Genetik hat quasi „im Gedächtnis“, dass sie in ihrer Heimat auf nährstoffarmen Böden gedieh. Deshalb kommen die Pflanzen zur Not auch ohne, oder mit geringen Düngergaben aus, wenn eine hochwertige Topferde benutzt wird und die Töpfe groß genug sind. Die Pflanzengröße ist laut Mandala Seeds durchschnittlich und selbst der Sativa-Phänotyp soll in niedrigen Indoor-Räumen gut kultiviert werden können, wenn man die Blüte nicht zu spät einleitet. Im Freiland soll Mandala #1 auch dann noch ansprechende Mengen harziger Buds liefern, wenn das Wetter mal nicht so gut ist. Im September kann die Ernte eingefahren werden.

Viel Vorschusslorbeeren vom Produzenten an dieser Stelle für Mandala #1, und der Grower „Appel“ wollte überprüfen, ob diese zu Recht vergeben wurden. Er säte ein ganzes Tütchen Mandala #1 mit zehn regulären Samen aus. Die Keimkraft dieser Samenpartie war groß, schon nach wenigen Tagen erschienen zehn kräftige junge Keimlinge an der Erdoberfläche, die sich unter dem Licht einer CFL-Lampe sehr schnell aufrichteten. Nachdem sie sich im Boden etabliert hatten, wurden sie in Töpfe mit vier Liter Volumen umgesetzt, befüllt mit Compo Sana Blumenerde. Appel stellte sie unter eine 400 Watt Hochdrucknatriumdampflampe. In den ersten Wochen wuchsen die Pflanzen noch recht einheitlich, die Größenunterschiede waren moderat. Nachdem er aber dreieinhalb Wochen nach der Keimung die Blüte eingeleitet hatte, traten im Pflanzenbestand (fünf Pflanzen erwiesen sich als weiblich) sehr bald deutlichere Höhenunterschiede zutage. Dieses Wachstumsverhalten wird von Mandala Seeds übrigens exakt so beschrieben.

Die Blütenbildung kam schnell in Schwung und schon drei Wochen nach Einleitung der Blüte hatten sich ansehnliche Harzmengen gebildet. Genauso erfreulich für den guten Appel war, dass alle Pflanzen – bis auf eine – tatsächlich purplefarbene Blütenstände hervorbrachten. Die von Mandala Seeds geschilderte Aufspaltung in einen Sativa- und einen Indica-Phänotyp sollte sich ebenfalls bewahrheiten, allerdings durchbrachen einzelne Pflanzen das jeweilige Eigenschaftsprofil teilweise: Während es eine Pflanze gab, die mit ihrer kompakten, rundlichen Blütenstruktur, schwachen Seitenverzweigung und geringen Höhe von 65cm voll und ganz dem geschilderten Indica-Phäno entsprach, wies die mit knapp 70cm zweitkleinste und ebenfalls kaum verzweigte Pflanze überraschenderweise eine Sativa-Blütenstruktur mit länglichen Buds auf. Dies war auch die einzige Pflanze, die nicht lilafarben blühte. Dann gab es eine mittelhoch gewachsene Mandala #1-Pflanze (85cm), deren Blütenstände ebenfalls rundlich-kompakt nach Art einer Indica wuchsen. Dazu gesellten sich zwei nahezu identische, hochwachsende Sativa-Phänos von 1,10 bzw. 1,20m Höhe. Diese zeigten jedoch ebenfalls kaum Verzweigungsansätze, was Sativa-untypisch war.

Die Buds aller Pflanzen waren kompakt und dicht und bestanden aus vielen kleinen Blütenkelchen, die eng gepackt und sehr harzig waren, überraschend harzig für eine Purple-Sorte – Purple Strains sind in der Regel nicht besonders harzig. Die purplefarbenen Buds waren eine Augenweide, sahen saftig und aromatisch aus. Das Aroma der Buds war süßlich-würzig, bei den vier lilafarbenen Pflanzen trat jene typische süß-herbe Purple-Aromakomponente klar zu Tage. Die Erntearbeit ging leicht von der Hand, weil alle Pflanzen ein hohes Blüten/Blätter-Verhältnis an den Tag legten. Leider versäumte es Appel nach der Trocknung, die Buds auf die Waage zu legen, so dass an dieser Stellte diesbezüglich keine Angaben gemacht werden können. Aber der Ertrag fiel sicherlich gut und zufriedenstellend aus, denn auch nach dem Trocknen waren die Buds noch äußert dicht-kompakt, ihr Volumen schrumpfte beim Trocknen kaum zusammen.

Das High wird von Mandala Seeds als sich wellenförmig ausbreitend geschildert, es soll euphorisch und kreativ wirken, zudem hohe medizinische Potenz haben, u.a. angstmindernd und antidepressiv wirken. Appel befand, dass seine Mandala #1-Buds diesem Wirkungsprofil weitgehend entsprachen, er schätzt Mandala #1 als eine euphorisierende Grassorte mittelstarker Potenz, die den Konsumenten nicht „killt“, sondern seine Handlungsfähigkeiten erhält und kreativ erweitert.

Insgesamt ist festzuhalten, dass Appels Mandala #1-Pflanzen dem von Mandala Seeds geschilderten Eigenschaftsprofil weitestgehend entsprachen und zudem auch unter Indoor-Bedingungen ein farbenfrohes und erstaunlich harziges Blütespektakel entfachten – Mandala #1 ist ohne Zweifel ein großer Wurf.