Drogen können das Leben bereichern, aber auch zerstören. Das liest man auch in Schriften der akzeptanzorientierten Präventions-Organisationen. Dabei ist das nicht ganz korrekt. Denn die Drogen an sich können weder das Leben bereichern, noch selbes zerstören – es ist der Umgang des Konsumenten, der ausschlaggebend ist. Die selbstverantwortliche, mündige und sachgemäße Anwendung von Drogen kann das Leben tatsächlich enorm bereichern, wohingegen die falsche Handhabung von psychoaktiven Substanzen die Existenz auch kaputt machen kann. Sprechen wir also nicht der Droge die Heiligkeit zu – und nicht die Schuld. Die Droge ist nur das Werkzeug, das korrekt verwendet werden will. Deshalb geht es in diesem Text um die beiden Polaritäten des Drogengebrauchs, um die heilsame (engl. use) und bereichernde, wie auch um die zerstörerische Variante (engl. abuse).

Wenn die Party mal wieder länger dauert, als man es geplant hatte und die Substanzen reichlich die Runde machen, dann schickt es immer mal wieder jemanden auf die Bretter. Overdose ist das Stichwort – und die Missachtung der Safer-Use-Regeln.

Mir sind User bekannt, die pro Abend und Party bis zu einem Gramm MDMA einnehmen. Ich wähle das MDMA immer gerne als Beispiel, weil es sich hier um eine Substanz handelt, die erstens ziemlich beliebt und verbreitet ist und zweitens bei falscher Handhabung rasch gefährlich werden kann. Manche User – auch die erwähnten mit dem Gramm pro Abend – schreiben mir E-Mails und stellen Fragen, zum Beispiel, wieso die „Afterdepri“, der ausgewachsene MDMA-Kater mit schlechter Laune, Traurigkeit, körperlicher Abgeschlagenheit etc. auch nach vier Tagen nicht besser werde. Man habe am Wochenende doch nur sechs Pillen genommen. Derlei Fragen freundlich zu beantworten, fällt mir nicht leicht, weil User, die einen solch kopflosen Umgang betreiben, Glück haben, dass sie überhaupt noch leben. Zumal die Informationen über den richtigen Safer-Use-Gebrauch überall, teils sogar kostenlos, zu haben sind. In der Öffentlichkeit kommt es bei durch Drogen herbeigeführten Notfällen aber immer nur zur Wahrnehmung der vermeintlich schlechten und bösen Substanzen – obwohl diese für die kopflose Praxis unbedarfter User so gar nichts können.

Wir wollen festhalten: Ein Gramm MDMA pro Kopf und Abend ist eine Dosis, die dich ins Grab schicken kann – und du wärst nicht der erste, dem das passiert. Dabei kann die Substanz im korrekten Umgang sehr sicher sein und auch mit der passenden Dosis eine zauberhafte Zeit bescheren, es ist gar nicht nötig, sich dermaßen zu vergiften, wie manche es tun.