Vor seiner Zeit als Cannabis-Koch sammelte RAMMSTEIN-Entdecker Sascha Basler über 20 Jahre Erfahrung in der Musikbranche und hat hier eine stolze Bilanz von 40 Millionen verkauften Tonträgern vorzuweisen. Nach dieser Zeit machte sich der Westfale in der gehobenen Hamburger Gastronomie einen Namen und ist mittlerweile bundesweit ein gern gesehener Food-Entwickler, gastronomischer Berater und hanffreundlicher Querdenker. Sein Kochbuch BONG APPETIT ist unlängst im EDEL BOOKS Verlag erschienen – Grund genug, einmal mit Sascha über sein (kulinarisches) Verhältnis zu Cannabis zu sprechen.

Ist dir Cannabis als Genussmittel zum ersten Mal im Backstage-Bereich einer Band (also in der Musikbranche) oder schon vorher begegnet?

Da ich in den 80er Jahren in Münster in Westfalen – also in der Nähe der holländischen Grenze – aufgewachsen bin, ist mir Cannabis als Genussmittel ganz zwangsläufig schon sehr früh begegnet. Ich glaube, zu dieser Zeit und an diesem Ort wäre es gar nicht möglich gewesen, NICHT mit Cannabis in Kontakt zu kommen. Dafür ist Münster einfach zu sehr in der Nähe der holländischen Stadt Enschede – von Münster aus ist das nur eine knappe Stunde mit dem Auto.

Anfangs wirst du Cannabis ja auch noch geraucht und nicht gegessen haben, oder?

Klar, als 16- oder 17jähriger konnte ich ja auch noch nicht kochen. Kaum dass die ersten von uns einen Führerschein hatten, sind wir öfter mal zum Billardspielen nach Enschede gefahren. Der jeweilige Fahrer durfte dann natürlich nichts rauchen, während die anderen durchaus inhalierten. Aber auch schon damals habe ich die ersten Cookies oder Brownies in den holländischen Coffeeshops entdeckt – und schon bald hatte ich großen Respekt davor, da ich damit auch mal eine nicht ganz so angenehme Erfahrung gemacht habe.

Und wie bist du dann darauf gekommen, mit Cannabis zu kochen?

Ich bin ja ein sehr neugieriger Mensch und lese viel über das Kochen in anderen Ländern. Vor zwei Jahren las ich dann in der New York Times etwas über die Legalisierung von Cannabis in Colorado und die unmittelbaren Auswirkungen auf die Entstehung von neuen Geschäftsmodellen. Ich habe dann etwas weiter recherchiert und festgestellt, dass es bis heute einen regelrechten Boom gibt, was Bäckereien oder Restaurants – die mit psychoaktivem Cannabis kochen – angeht. In Kalifornien wurden zu der Zeit auch zum ersten Mal die besten Cannabis-Köche ausgezeichnet und da ich dieses Thema sofort extrem spannend fand, war ich direkt dabei und begann, verschiedene Rezepte auszuprobieren und zu entwickeln.