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Weed im Big Apple

Anfang Oktober 2017 titelte die Online-Version des berühmten US-amerikanischen „High Times“-Magazins, dass es inzwischen doch relativ einfach sei, eine Medical Marihuana Card zu erhalten. Das Cannabis-Magazin verrät natürlich auch gleich detailliert wie und gibt alle erdenklichen Tipps. Sybillinisch orakelt das THC-Organ: „Wenn Sie in New York leben und diesen Artikel gerade lesen, nutzen Sie wahrscheinlich bereits Cannabis. Dann scheint es uns auch sehr wahrscheinlich, dass Sie es illegal verwenden, zumindest nach dem Bundes- und Staatsrecht, und dass Sie diese Zeilen hier lesen, weil Sie daran interessiert sind, zu lernen, wie Sie ein legaler, lizenzierter und registrierter Patient für New Yorks medizinisches Cannabis werden können.“

Diese Sätze sind voller Zynismus und doch voller Realität zugleich. Denn erstens wird in New York State (und dadurch zugleich in der Metropole New York City) die Legalisierung von medizinischem Gras erst seit neuestem forciert und vereinfacht. Und zweitens ist die tatsächliche Kiffer-Quote in dem US-Bundesstaat sowie der Millionenmetropole an der Ostküste der USA deutlich höher als die vergleichsweise wenig offiziell registrierten THC-Patienten vermuten lassen.

Dabei hat der Staat New York bereits 2014 die Assembly Bill 6357 verabschiedet. Dieses „einfache Gesetz“ legalisiert THC-haltige Produkte, indem sie diese unter die Kontrolle eines staatlich regulierten medizinischen Cannabis-Programms stellt. Zunächst bleibt festzuhalten, dass das „New York Medical Marihuana“-Programm deutlich strengere Anforderungen und Regularien aufweist, als die meisten anderen dieser Art in den Vereinigten Staaten von Amerika. Aber unter bestimmten Voraussetzungen können speziell zugelassene und zertifizierte Doktoren ihren Patienten das begehrte grüne Gut auf Rezept verschreiben, wenn diese bestimmte Bedingungen erfüllen.