Heft 02/10Leseproben:
Hanfboom im Wilden Westen
Naht das Ende der Prohibition ausgerechnet aus deren Mutterland?
In Kalifornien ist der medizinische Gebrauch von Cannabis seit 1996 legal, in Colorado seit dem Jahr 2000. Fast unbemerkt vom Rest der Welt hat sich dort eine Hanfszene entwickelt, die sich mit der niederländischen durchaus messen kann. Auch dem Gouverneur von Kalifornien, Arnold Schwarzenegger, kann man nicht gerade prohibitionistische Tendenzen unterstellen, auch wenn er sich nicht direkt für die Legalisierung von Cannabis zum „recreational use“ (Gebrauch zur Entspannung) ausspricht: Er selbst sei nicht für eine Freigabe von Cannabis, hält die Idee des Abgeordneten Tom Ammiano, Marihuana wie Alkohol zu behandeln aber für durchaus diskussionswürdig. Auch Aussagen wie „Marihuana ist keine Droge, es ist ein Blatt“ oder „Ja, wir wussten, wie man ordentlich feiert“ werfen ein Licht auf die entspannte Einstellung des gebürtigen Österreichers.
Text: Kimo / Fotos: Liberty Bell Temple II, Los Angeles
Vorbeugen ist besser
Die Outdoor-Saison naht und so manch eine/r überlegt: „Soll ich oder soll ich nicht?“ Das Gute an Outdoor: Wird der Grow gefunden, ist meist nur das Weed weg, weil die meisten Ermittlungen gegen unbekannte Hanfbauern im Sande verlaufen. Dafür ist das Risiko einer Enttarnung ungleich höher als drinnen, denn nicht nur geschulte Beamte vergehen sich immer wieder an der nützlichsten Pflanze der Welt, Strauchdiebe oder gar noch schlimmer, gesetzestreue Sonntagsspaziergänger oder Feierabendpolizisten machen dem illegalisierten Hobby Jahr für Jahr aufs Neue den Garaus. Eine absolute Sicherheit gibt es in Zeiten der Prohibition weder Out-noch Indoor, doch auch draußen können Maßnahmen ergriffen werden, die den Pflanzen helfen, ungestört über den Sommer zu kommen. Text und Fotos: Kimo
Breeding Teil 4
Akklimation und Fixierung von Eigenschaften
Willkommen zum vierten Teil unserer Breeding Reihe. In diesem Teil dreht sich alles um die Akklimatisierung, Rückkreuzung und die Fixierung von gewünschten Merkmalen. Desweiteren werde ich einen kompletten Zuchtablauf durchspielen, kleine Tips geben und erklären was der Unterschied zwischen Geno und Phänotyp ist, und wie man sie auseinander hält und lernt zu unterscheiden.
Text & Fotos: Mr. CalyX
Grausam und Unsichtbar
Weichhautmilben
Es geschah vor zwei Jahren als eine rätselhafte „Krankheit“ meine Pflanzen heimsuchte. Sie vernichtete gesunde Pflanzen innerhalb weniger Wochen. Die merkwürdigen Symptome deuteten auf einen Schädlingsangriff hin. Trotz penibler Untersuchungen konnte ich den Angreifer nicht finden, obwohl ich mit dem bloßen Auge Spinnemmilben normalerweise schnell erkenne. Die Pflanzen verkümmerten und ich suchte verzweifelt nach einer Diagnose des Problems. Um den Krankheitszustand zu bremsen griff ich zuerst zum altbewährten Neemöl. Aber trotz zahlreicher, regelmässigen Behandlungen schien die Plage nicht wegzugehen. Es war rätselhaft und gleichzeitg frustrierend. Durch meine Recherchen fand ich dann endlich eine Erklärung: Weichhautmilben! Später sah ich, dass es anderen Hanfgärtnern genauso ergangen war. Die untypischen Symptome sind schwer einzuordnen und haben mit den Schäden durch bekannte Schadinsekten wie Spinnenmilben, Thripse oder Blattläuse wenig gemeinsam.
Text und Fotos: Hanna Bliss
Hydro- und Bioponik
Willkommen zum Hydroponik/Bioponik Report. Leider kann ich in diesem Artikel nicht auf jedes einzelne Detail eingehen, da es sonst den Rahmen sprengen würde. Aber ich kann versuchen ein paar Grundlagen und ein paar Tips zu vermitteln, damit der Einstieg in die Hydroponische Zucht nicht ganz so schwer fällt. Bevor ich aber auf die Details oder die Grundlagen der Hydroponischen Zucht näher eingehe, will ich die Vor.- und Nachteile kurz erläutern. Die Vorteile beim Hydroanbau liegen auf der Hand. Zu ihnen gehört die bessere Sauerstoffaufnahme der Pflanzen, die sich aus dem Medium ergibt. Ein schnelleres Wachstum und die schnellere Reife der Blütenstände. Auch die genauere Nährstoffdosierung lässt uns besser auf die Bedürfnisse der Pflanzen, in jeder bestimmten Lebensphase eingehen. Die Chance, daß die Pflanzen Wurzelprobleme bekommen ist beim Hydroanbau, unter Einhaltung gewisser Regeln, sehr gering. Viele Hydrogrower berichten auch von einem stärkeren Harzbesatz, kräftigeren Pflanzen und auch dementsprechend von mehr Ertrag. Es ist nicht mehr nötig jeden Tag die Pflanzen mit Wasser oder Nährlösung zu versorgen, da man bei den meisten Hydrosystemen einen großen Nährstofftank zur Verfügung hat. Doch es gibt auch Nachteile oder besser gesagt Regeln nach denen man arbeiten muss um Erfolg zu haben.
Fotos und Text: Mr. CalyX
DNA Genetics
Die Senkrechtstarter im Seed-Business
Don und Aaron von DNA Genetics, beide Mitte Dreißig, sind die absoluten Senkrechtstarter im Seed Business der letzen Jahre: Seitdem die Exil-Amerikaner 2004 in Amsterdam ihre Seed Bank DNA Genetics gründeten, haben sie in sechs Jahren insgesamt 32 Auszeichnungen bei diversen Cannabis Contests gewonnen!
Die Geschichte von DNA Genetics ist also eine große Erfolgsstory, getragen von viel Leidenschaft und Risikobereitschaft der beiden beteiligten Protagonisten. Rückblende: Angefangen hatte alles in den frühen 90er Jahren in Hollywood / Los Angeles. Don war gerade neu dorthin gezogen und hatte nur minderwertiges Gras, sogenanntes „Schwag Weed“ zu rauchen, als er zufällig Aaron kennenlernte, der ihm Gras von guter Qualität zukommen ließ. Die beiden freundeten sich schnell an. Aaron hatte schon Ende der 80er Jahre in “Hollyweed” im Alter von 15 Jahren mit dem Growing angefangen. Da es damals noch nicht so leicht wie heutzutage war, an hochwertige Sorten zu gelangen, begannen die beiden, systematisch nach guter Genetik zu suchen und zapften dafür alle erreichbaren Quellen an – Don und Aaron wurden zu dem, was sie heute mehr denn je sind: Rastlose Genetik-Jäger, stets auf der Suche nach dem besonderen, neuartigen und aufregenden Strain. Sie sammelten, kultivierten und testeten verschiedenste Hanfgenetiken, die ersten Sortenzuchtversuchen wurden unternommen.
Text & Fotos: Lux Cool
Mütter in der Blüte ihres Lebens
Fleißige Hanfdamen verdienen einen angemessenen Lebensabend
Die Cultiva 2009 in Wien hat mir ganz nebenbei die Möglichkeit eröffnet, mich mit ambitionierten Heimgärtnern aus der Alpenrepublik auszutauschen. Ich hatte sogar das Glück, von einem Hobbyzüchter mit in sein Reich genommen zu werden und habe diese Option dann auch gerne genutzt, seinen illegalisierten Wintergarten zu dokumentieren. Ich hatte Sebastian*am Stand von Samenwahl.com getroffen, beim Fachsimpeln ist uns dann aufgefallen, dass wir in Sachen Geschmack und High ähnliche Vorlieben haben: Starke Indicas, aber keine Kurzblüher. Seinen Vorschlag, in seiner Bude im siebten Bezirk eine schöne Sportzigarette hausgemachtes „Church“ zu inhalieren, konnte ich selbstredend nicht ausschlagen.
Text und Fotos: Kimo
Ist Hanf Medizin?
Ja, es gibt hochangesehene Professoren, Forscher, Ärzte und Doktoren, die zwar alle schon mal davon gehört haben, dass auch Cannabis einen medizinischen Nutzen haben kann, die jedoch selbst nicht soweit gehen würden, Cannabispräparate auch tatsächlich zu verschreiben. Geschweige dennn, die natürliche Alternative aus der weiblichen Hanfblüte zu empfehlen. Schließlich ist man sich auch heute noch längst nicht einig über die Frage ob Hanf tätsächlich als Medizin gesehen und verschrieben werden kann. Natürlich gibt es auch erklärte “Hanffans” unter den Medizinern wie z. B. Dr. med. Franjo Grotenhermen, der ja auch regelmäßig zu diesem Thema publiziert. Noch sind diese Doktoren in der Unterzahl – doch dies könnte sich bald ändern.
Text: Martin Müncheberg
Schneller geht´s (n)immer!
Autoflowering Sorten auf der Überholspur
Es besteht kein Zweifel, daß neben dem Trend feminisierter Sorten, selbstblühende (autoflowering) Sorten ebenfalls groß in Mode in der Hanfszene sind und immer öfter in den Growschränken stehen. Inzwischen ein Klassiker, war Lowryder die erste echte und stabile selbstblühende Cannabisgenetik die den Growern zur Verfügung stand und lange Zeit auch die einzige Wahl auf dem Markt. Doch andere Samenbanken und deren Züchter erkannten schnell das riesen Potenzial das in den kleinwüchsigen, schnellreifenden Pflanzen steckte und schufen schnell ihre eigenen Auto-Strains. Inzwischen gibt es kaum eine Samenbank die nicht auch selbstblühende Varianten ihrer Sorten im Programm hat. Es gibt sogar Seedbanks die nur mit Autofloweringstrains arbeiten. Die spanische Seedbank Sweet Seeds, die vor allem für ihre feminisierten Topsorten bekannt sind, stellen diese Saison nun gleich zwei neue Selbstblüher vor: Big Devil und Fast Bud.
Ballermann? Von wegen!
Mallorca Seeds-neue Strains von den Balearen
Nach wie vor herrscht reges Treiben auf dem Samenmarkt. Es vergeht kein Monat, dass nicht neue Samenbanken mit immer neuen Strains wie Pilze aus dem Boden schießen. Diesmal wollen wir euch den Newcomer „Mallorca Seeds“ vorstellen. Rudolf C. ist ein langjähriger Bewohner der Deutschen liebster Urlaubs- und Partyinsel Mallorca und führt hier seit Jahren schon erfolgreich einen den Grow Zone Growshop Mallorca . Unzufrieden mit der Qualität vieler Samen von internationalen Seedbanks, hat Rudi sich nun vorgenommen seine eigenen Kenntnisse des Hanfanbaus mit den Growern weltweit zu teilen und seine eigenen Genetiken auf dem Samenmarkt anzubieten. Wir trafen uns mit ihm auf ein ausführliches Gespräch auf „Malle“.
Interview und Fotos: THCENE
Out of the closet
Was manch einer in seinem Schrank wachsen hat!
Private Growanlagen zu besuchen und zu fotografieren gehört zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Viele Grower die mich kontaktieren und mich zu sich einladen, machen sich oft Sorgen darüber, daß ich nur an grossen Cash Crop Operationen mit zahlreichen Reihen von Lampen und hunderten von blühenden Pflanzen in Lagerhallen interessiert bin. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Natürlich sind große Anlagen spektakulär anzusehen und liefern fantastisches Material für Fotos, aber gerade den Erfindungsreichtum von Growern die ein paar Pflanzen ausschließlich für den Eigenkonsum ziehen bewundere ich am meisten. Schließlich machen sich Selbstversorger unabhängig von einem Schwarzmarkt auf dem oft minderwertiges oder gar mit gesundheitsschädlichen Stoffen verunreinigtes Gras verkauft wird und setzen sich somit aktiv für eine Änderung der politischen Lage ein, auch wenn sie damit die bestehenden Gesetze brechen und sich dadurch in Gefahr begeben.
Text und Fotos: David Strange
Gorillaz
Gegen den Mainstream zum Mainstream
Wir erinnern uns, vor zehn Jahren entstand in England eine Band, die es so bisher noch nicht gab. 2D, Murdoc, Noodle und Russel hießen die Protagonisten, der von Damon Albarn (Blur) kreierten virtuellen Band. Die ungewöhnlichen Musiker, versehen mit realen Biografien, stürmten schnell die Charts und verkauften Alben, wie geschnitten Brot. Aus der Kampfansage an den Mainstream wurde am Ende selbst Mainstream. Nach Albarns Ansagen, es gäbe keine weiteren Alben mehr, gibt es nach ganzen fünf Jahren doch wieder eins. Die Gorillaz melden sich mit „Plastic Beach“, ihrem dritten Streich, zurück.
Text: red solution
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