Die Papaya Sherbet von Fast Buds ist eine moderne Hybridsorte, die gezielt auf hohe Erträge, ausgeprägte Potenz und ein vielschichtiges Terpenprofil setzt. Sie vereint die fruchtig geprägte Papaya-Genetik mit der Stabilität, Widerstandsfähigkeit und Harzproduktion von Sunset Sherbet. Aus dieser Kombination entstand eine Sorte, die sowohl im Anbau als auch im späteren Endprodukt ein stimmiges Gesamtbild liefert.

Laut Herstellerangaben handelt es sich um einen Strain, der bis zu 30 % THC enthalten kann und gleichzeitig ein unkompliziertes sowie robustes Wachstum zeigen soll. Beschrieben wird zudem eine stabile Reaktion auf Umwelteinflüsse, eine gewisse Fehlertoleranz im Anbau sowie eine ausgeprägte Blütenentwicklung. Aromatisch wird ein süßes, tropisch geprägtes Terpenprofil angegeben, das durch eine feine, leicht bittere Note ergänzt wird und dadurch an Komplexität gewinnt.
Auf Basis dieser Angaben waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Besonders die Kombination aus hoher Potenz, stabiler Entwicklung und differenziertem Aromaprofil klang vielversprechend. Ich war daher sehr gespannt darauf, inwieweit sich diese Merkmale im tatsächlichen Grow bestätigen lassen.
Rückblickend hat sich ein Großteil dieser Erwartungen erfüllt. Die Anzucht verlief durchgehend angenehm und ohne nennenswerte Probleme. Die Pflanze entwickelte sich konstant und lieferte ein überzeugendes Endergebnis, sowohl in Bezug auf die Qualität als auch auf den Ertrag. Auch geschmacklich zeigte sich ein klares, gut erkennbares Profil, das den beschriebenen Eigenschaften sehr nahekam.
Genetik
Die Papaya Sherbet basiert auf einer Kreuzung aus Papaya (Oni Selection) und Sunset Sherbet. Ziel dieser Kombination war es, die Wuchsstärke und Fruchtigkeit der Papaya mit der Potenz, Harzproduktion und Robustheit der Sherbet-Linie zu verbinden. Das Ergebnis ist ein ausgewogener Hybrid mit einem Verhältnis von etwa 50 % Indica und 50 % Sativa. Die Pflanzen entwickeln eine kräftige Struktur mit vielen Seitentrieben und einer hohen Anzahl an Blütenansätzen. Die Sorte ist photoperiodisch und feminisiert. Die Blütezeit liegt bei etwas über 60 Tagen. Neben der hohen Potenz werden von Fast Buds vor allem die stabile Entwicklung und die ausgeprägte Stressresistenz hervorgehoben.
Sämlings- und Wachstumsphase
Ich habe den Samen (wie immer) zwischen zwei Lagen feuchtem Küchenpapier zum Keimen gebracht, die wiederum zwischen zwei Untertassen platziert wurden. Diese Methode hat sich als sehr zuverlässig erwiesen, sie funktioniert eigentlich immer und führte auch in diesem Fall zu einer schnellen und problemlosen Keimung. Nach 48 Stunden öffnete sich der Samen, den ich anschließend vorsichtig mit einer Pinzette in ein mit Mykorrhiza angereichertes Pflanzloch gab.
Die Größe des Topfes betrug 11 Liter und war mit einem All-Mix-Substrat gefüllt. Deshalb habe ich der Pflanze in den ersten beiden Wochen nur Gießwasser und keine Nährstoffe zugeführt. Der Dünger, dieses Mal die Produktlinie von Advanced Nutrients, kam erst nach 2,5 Wochen zum Einsatz – also ein paar Tage vor Einleitung der Blütezeit.
In der Vegetationszeit lag die Luftfeuchtigkeit im Zelt zwischen 60 und 70 %, und ich habe das Gefühl, dass sich die jungen Pflanzen stabiler entwickeln, wenn zu Beginn die Luftfeuchte etwas höher liegt. Diese Bedingungen unterstützen die junge Pflanze dabei, sich optimal zu etablieren und ein kräftiges Wurzelsystem auszubilden. Die Temperatur lag durchgehend bei 22 bis 25 °C tagsüber und bei 16 bis 20 °C in der Nacht.
Die junge Papaya Sherbet zeigte von Anfang an eine hohe Vitalität und das Wachstum verlief zügig und ohne jegliche Auffälligkeiten. Es bildeten sich stabile Seitentriebe sowie eine dichte, gesunde Blattstruktur mit sattem Grün. Die gesamte Erscheinung wirkte kräftig und ausgewogen.
Nach drei Wochen wurde die erste kleine Entlaubung durchgeführt und das Lichtprofil umgestellt, um die Blühphase einzuleiten. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Pflanze eine kompakte, vitale und gut entwickelte Struktur aufgebaut. Ihre Höhe betrug zu dieser Zeit 32 cm.
Blütephase
Die Pflanze zeigte nach der Umstellung auf die Blüte einen moderaten Stretch und entwickelte sich zu einem kräftigen Exemplar mit einem ausgeprägten Haupttrieb und stabilen Seitenästen. Bereits in der zweiten Blütewoche bildeten sich die ersten Trichome. Im weiteren Verlauf fiel besonders auf, wie schnell die Buds an Volumen zunahmen. Es war tatsächlich gut zu beobachten, wie die Blüten von Tag zu Tag dicker wurden. Die Pflanze entwickelte dabei nicht nur am Haupttrieb, sondern auch an den Seitentrieben auffallend kräftige und voluminöse Buds. Diese gleichmäßige und ausgeprägte Blütenbildung habe ich in dieser Form bisher nur selten gesehen. Möglicherweise hat auch der Einsatz von PK 13-14 Dünger (den ich in diesem Durchgang experimentell etwas großzügiger, aber weiterhin kontrolliert dosiert habe) einen positiven Einfluss auf diese Entwicklung gehabt. Da ich aber keinen direkten Vergleich habe, ist das nur eine Vermutung.
Die Umweltbedingungen lagen während der Blütephase tagsüber konstant zwischen 22 und 26 °C bei moderater Luftfeuchtigkeit, die durchgehend bei ca. 50 % lag. Unter diesen Voraussetzungen verlief die Entwicklung gleichmäßig und ohne Auffälligkeiten.
Geruchlich war die Pflanze während des gesamten Grows deutlich wahrnehmbar, aber ganz besonders ab der sechsten Blütewoche (als der Harzbesatz schon deutlich ausgeprägt war) begann das Aroma nochmal deutlich intensiver zu werden. Es war ein frischer Duft, den ich sehr mag. Natürlich konnte ich es auch hier nicht lassen, mindestens einmal alle zwei Tage sanft mit meinen Fingern über die unteren Buds zu reiben, um anschließend minutenlang das Aromaprofil geruchlich zu analysieren.
Ab der achten Blütewoche (als die Buds rein optisch bereits weit entwickelt und nahezu erntereif wirkten) begann ich mit der Kontrolle der Trichome. Da zu diesem Zeitpunkt bereits ein Großteil eine milchige Trübung angenommen hatte, war klar, dass die Ernte bereits in Sichtnähe lag, worauf ich die Nährstoffzufuhr einstellte und ab da nur noch mit reinem Regenwasser goss. Dieses Vorgehen wende ich in der Endphase zwar nicht grundsätzlich an, aber meistens. Ob das sogenannte „Spülen“ tatsächlich einen messbaren Einfluss auf die Qualität des Endprodukts hat, lässt sich aus meiner eigenen Erfahrung nicht eindeutig bestätigen. Ich habe in der Vergangenheit auch Pflanzen bis zum Erntetag weiter gedüngt (teils bewusst, teils unbeabsichtigt) und konnte im direkten Vergleich keinen klaren Unterschied feststellen. Weder im Geschmack noch im Rauchverhalten waren signifikante Abweichungen erkennbar. Die Blüten wirkten in beiden Fällen sauber, aromatisch und angenehm zu konsumieren.
Die häufig vertretene Annahme, dass sich in den Blüten eingelagerte Nährstoffsalze innerhalb von ein bis zwei Wochen allein durch das Gießen mit Wasser aus der Pflanze entfernen lassen, erscheint mir schon aus rein logischer Sicht zumindest fraglich. Was sich jedoch sicher sagen lässt, ist, dass durch das Spülen überschüssige Nährstoffe aus dem Substrat ausgewaschen werden. In diesem Zusammenhang kann es also durchaus sinnvoll sein, insbesondere wenn zuvor intensiver gedüngt wurde.
Nach meiner Erfahrung ist die Ursache für kratziges Weed oder ein anderes unangenehmes Rauchverhalten nur in den seltensten Fällen auf eine fehlende Spülphase zurückzuführen. Deutlich entscheidender sind die Bedingungen während der Trocknung und der anschließenden Aushärtung. Werden diese Prozesse zu schnell oder unter ungeeigneten klimatischen Bedingungen durchgeführt, wirkt sich das viel unmittelbarer auf Geschmack und Rauchverhalten aus.
Unabhängig davon halte ich aber weiterhin an der Praxis des Spülens fest. Zum einen gehört es für mich zu einem strukturierten Ablauf in der Endphase des Grows, zum anderen reduziert sich dadurch auch der Einsatz von Dünger in den letzten Tagen und spart Geld. Es ist somit weniger eine zwingend notwendige Maßnahme als vielmehr ein ergänzender Schritt, der sich in meinen Ablauf etabliert hat, ohne dass ich ihm eine entscheidende Bedeutung für die Qualität des Endprodukts zuschreibe.

Die Trichomkontrolle am 63. Blütetag zeigte unmissverständlich, dass die Zeit der Ernte gekommen war. Die Mehrheit der Trichomköpfe war milchig und die ersten schon bernsteinfarben geworden. Da ich grundsätzlich morgens ernte (kurz bevor die Lampe angeht) stand am frühen Morgen des 64. Blütetages die Ernte meiner Papaya Sherbet an. Die Wuchshöhe betrug an diesem Tag 67 cm, was bedeutet, dass die Pflanze in den ersten Wochen der Blütezeit eine Streckung von etwa 100 % hingelegt hat.
Ernte, Trocknung und Aushärtung
Nach der Ernte entfernte ich zunächst die noch übrigen größeren Blätter und schnitt die Pflanze im Ganzen ab. Anschließend wurde sie kopfüber in den Trockenschrank gehängt, wo sie bei einer Temperatur von etwa 20 °C und einer Luftfeuchtigkeit von rund 50 % für insgesamt neun Tage trocknete. Unter diesen Bedingungen verlief der Trocknungsprozess gleichmäßig und kontrolliert, ohne dass die Blüten zu schnell an Feuchtigkeit verloren.
Anschließend erfolgte der Feintrimm. Dafür arbeitete ich wie gewohnt über einem Siebdruckrahmen mit Auffangschale, um anfallendes Material effizient sammeln zu können. Zunächst wurden die oberen größeren Buds entfernt und sorgfältig von überschüssigem Blattmaterial befreit. Von den Seitentrieben verwende ich in der Regel nur die oberen zwei bis drei Blüten, da alles darunter meist zu klein ausfällt und sich besser für die Weiterverarbeitung zu Haschisch eignet.
Die fertig getrimmten Blüten wurden anschließend gewogen und brachten ein Gesamtgewicht von 38 g auf die Waage, womit ich in Anbetracht der kurzen Vegetationszeit sehr zufrieden war. Danach kamen sie in ein Grove Bag, in dem sie für weitere vier Wochen aushärten konnten.
Die Aushärtungsphase ist erfahrungsgemäß die größte Geduldsprobe im gesamten Growprozess. Gleichzeitig zählt sie zu den spannendsten Abschnitten, da sich das Aromaprofil in dieser Zeit noch einmal deutlich weiterentwickelt und verfeinert. Beim Öffnen des Grove Bags mit den Papaya-Sherbet-Blüten entfaltete sich ein frischer, klarer Duft mit leicht zitronigen Noten, begleitet von einer dezenten bitteren Nuance, die dem Gesamtaroma eine spürbare Tiefe verlieh. Dieses Zusammenspiel wirkte sehr ausgewogen und hob sich angenehm von klassischen, rein fruchtigen Profilen ab.
Besonders interessant ist dabei, dass dieses Aromabild für mich eine gewisse Eigenständigkeit besitzt. Viele Terpenprofile erinnern im Laufe der Zeit an bereits bekannte Sorten, da sich bestimmte Noten häufig wiederholen, auch wenn die Genetik unterschiedlich ist. Bei der Papaya Sherbet hingegen wirkt insbesondere die leicht bittere Komponente ungewöhnlich und in dieser Form neu für mich. Genau dieser Aspekt verleiht der Sorte einen eigenständigen Charakter und macht sie aromatisch besonders interessant.
Auch wenn sich der Prozess des Aushärtens oft sehr lang anfühlt, ist er für die Qualität des Endprodukts von entscheidender Bedeutung. Erst durch eine sorgfältige Aushärtung können sich die Aromen vollständig ausbilden und die Blüten ein angenehmes Rauchverhalten entwickeln.
Das Endprodukt bestand schließlich aus dichten, harzreichen Blüten mit einer relativ festen Struktur, die sich zwischen kompakt und leicht luftig einordnen lässt, insgesamt jedoch klar zur festeren Seite tendiert. Geschmacklich wie auch optisch hinterließen die Buds einen sehr überzeugenden Eindruck.

Verkostung
Endlich war es soweit. Nach vier Wochen sorgfältiger Aushärtung hatte ich den Eindruck, dass die Blüten nun genussfertig waren. Für die erste Verkostung wählte ich dieses Mal einen ruhigen Platz an einem nahgelegenen Gewässer, mit einer schönen Bank und Aussicht aufs Wasser. Die Atmosphäre war perfekt, um den Moment bewusst zu genießen.
Nachdem ich mir den Joint angesteckt hatte, musste ich sofort schmunzeln. Der Geschmack war so besonders und intensiv, dass ich mich regelrecht darüber freute. Kurz darauf spürte ich, wie sich Geist und Körper gleichermaßen entspannten. Die Wirkung war angenehm ausbalanciert: beruhigend und locker, ohne dass ich mich träge oder müde fühlte. Insgesamt habe ich an diesem herrlichen Ort in der Natur drei kleine Joints genossen. Dabei konnte ich problemlos die anschließende Strecke von drei Kilometern nach Hause spazieren. Es war eine tolle Kombination aus einem geistigen High und einer körperlichen Entspannung, ohne dabei in irgendeine Richtung zu stark zu wirken.
Die Blüten nutze ich nun tagsüber in moderaten Mengen, wobei sich bei höheren Dosierungen schnell zeigte, dass diese eher für den Abend geeignet sind. Wann immer ich die Nase an eine Blüte halte, entfaltet sich ein intensiver, einladender Duft. Das eigentliche Aromaprofil zeigt sich jedoch erst beim Aufbrechen der Buds oder nach dem Zerkleinern im Grinder – dann treten die charakteristischen bittersüßen Terpene klar hervor, begleitet von fruchtigen und leichten Zitrus-Nuancen. Dieses Zusammenspiel macht das Aroma der Papaya Sherbet sehr ansprechend.

Fazit
Die Papaya Sherbet von Fast Buds ist eine leistungsstarke Hybridsorte mit klaren Stärken in den Bereichen Ertrag, Potenz, Aroma und Robustheit. Der Phänotyp, der in meinem Zelt zur Blüte gebracht wurde, zeigte ein gesundes Wachstum und eine zuverlässige Entwicklung. Das Terpenprofil ist komplex, aber ausgewogen, mit bitteren, süßen und fruchtigen Elementen. Insgesamt handelt es sich um eine Sorte, die mich sowohl im Anbau als auch im Ergebnis überzeugt und besonders für Grower interessant ist, die Wert auf Stabilität, hohe Erträge und ein besonderes Aromaprofil legen.
Kultivierungsdaten:
Sorte: Papaya Sherbet von Fast Buds
Samen: Feminisiert, photoperiodisch blühend
Wachstumsphase: 21 Tage (nach Keimung)
Blütephase: 64 Tage
Medium: BioBizz All-Mix
pH-Wert: 6,2 bis 6,7
EC-Wert: 2,4
Licht: Greenception „Europe“ (250 Watt)
Stromverbrauch: ca. 286 kWh (nur Licht)
Temperatur: 22 bis 25°C (Tag), 16 bis 20°C (Nacht)
Luftfeuchtigkeit: Wachstum: 60 bis 70%, Blüte: 50%
Bewässerung: Regenwasser
Düngung: Advanced Nutrients Grow und Bloom, Plagron PK 13-14
Zusätze/Stimulanzien: Mykorrhiza, Advanced Nutrients Micro.
Höhe: 67 cm
Ertrag: 38 g


