Als ich heute wegen ein paar ganz anderer Angelegenheiten bei Florian von Florganics und Dope Seeds anrief, erfuhr ich, dass vor zwei Wochen ein Freund von ihm gestorben war – nach dem Konsum eines THC-Edibles. Wobei Francesco natürlich nicht an einer Überdosis THC starb (denn das ist nicht möglich), sondern an einer Überdosis synthetischer Opiate, die von China aus derzeit den illegalen europäischen Drogenmarkt überrollen…
Klar, alle Edibles sind illegal, da sie in Deutschland ausdrücklich nicht mit legalisiert wurden. Wer aber Edibles auf dem Schwarzmarkt kauft (vor allem auf Hanfmessen sind damit viele „fliegende Händler“ unterwegs), der unterliegt jetzt einem maximal erhöhten Risiko: Denn was kann es schlimmeres Geben, als nach dem Konsum daran zu sterben?
Genau das ist vor ziemlich genau zwei Wochen Florians Freund Francesco in Berlin-Neuköln passiert. Er war feiern und gönnte sich einen Edible, der ihm zum Verhängnis wurde. Kurz darauf (am 26. September) berichteten auch tagesschau.de und andere Medien mit dem gleichen kurzen Text darüber, den wir hier eins zu eins wiedergeben:
Nach mehreren Zwischenfällen nach dem Konsum sogenannter THC-Gummibärchen in Berlin warnt die Senatsverwaltung für Gesundheit vor deren Verzehr. Seit der vergangenen Woche seien mehrere Fälle bekanntgeworden, bei denen es nach dem Konsum von vermeintlichen THC-Gummibärchen „zu unterschiedlich starken Formen von Intoxikationen“ gekommen sei – mit Symptomen, die typisch für eine Vergiftung mit Opiaten seien, sagte eine Sprecherin der Behörde.
Man habe eine Warnmeldung an die Bezirke, Kliniken und Beratungsstellen herausgeben, in der ausdrücklich vor dem Konsum derartiger Produkte gewarnt wurde, führte die Sprecherin aus. Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch unklar, um welche Substanz es sich handelt. Auf Nachfrage bei der Polizei schilderte ein Sprecher einen Einsatz vor wenigen Tagen. Dabei war ein 42-jähriger Mann gestorben, nachdem er ein „Gummitier“ gegessen hatte. Was in dem Gummitier enthalten gewesen ist, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. Zudem ist nach Polizeiangaben bislang nicht sicher, ob der Verzehr des Gummitieres für den Tod verantwortlich ist. Zunächst hatte die „BILD“ berichtet.
Soweit der aktuelle Stand der Dinge dazu in unseren Medien. Florian konnte mir heute telefonisch aber auch noch einige zusätzliche Informationen liefern: Demnach handelt es sich bei den synthetischen Opiaten, die seinen Freund umbrachten, um Nitazene – das ist eine neue „legal high“-Stoffgruppe, die in China massenhaft hergestellt und ganz offiziell über Plattformen wie Alibaba weltweit vertrieben wird.
Jeder kann sich Nitazene online bestellen und anschließend „seinen“ illegalen Drogen beimischen, um deren Wirkung zu potenzieren. Und die Wirkung hat es in sich: Nitazene sind wohl 40 bis 100 mal so stark wie Fentanyl, es reicht schon, wenn sich mal (wie möglicherweise bei Fancesco geschehen) ein nur Salzkorn-großes Stückchen nicht richtig auflöst und im Edible (oder im Gras, im Koks, in der Pille etc.) verbleibt, um eine tödliche Überdosis auszulösen.
Dazu kommt, dass sich Nitazene aktuell noch nicht mit den gängigen Drogentests nachweisen lassen, weshalb die Polizei auch bisher nicht offiziell sagen kann, woran genau der „42-jährige Mann“ gestorben ist. Es ist nun zu befürchten, dass Francesco zwar der erste deutsche Nitazen-Tote war, nicht aber der letzte sein wird. Denn Nitazene lassen sich allen illegalen Drogen beimischen, ganz egal, ob man sie raucht, schnieft, spritzt oder oral konsumiert.
Damit ist nun niemand mehr sicher, der sich auf dem Schwarzmarkt fürs nächste Party-Wochenende eindeckt – vor allem dann nicht, wenn er seinen Dealer nicht kennt. Daher können auch wir nur zur Vorsicht raten und empfehlen, ggf. eher auf langjährige gute Verbindungen zu vertrauen, die vielleicht etwas mehr Zeit bei der Beschaffung erfordern, als auf bequeme Erstkontakte, die einem direkt irgendeinen „Hammer-Stoff“ andrehen wollen.
Auch heute gilt noch (und vielleicht mehr denn je):



