Diese Ausgabe markiert einen Meilenstein, den wir selbst nie erwartet hätten zu erreichen: Die THCENE erscheint mittlerweile seit 20 Jahren im deutschsprachigen Raum und blickt damit auf 120 Ausgaben zurück.
2006 starteten wir die THCENE mit dem Anspruch, ein Magazin „für die Hanfszene von der Hanfszene“ zu machen. Unser Team aus Growern, Breedern, Cannasseuren und Strain Huntern war von Beginn an tief in der internationalen Cannabis-Szene verwurzelt, und unser Ziel war es, ein authentisches Bild jener Subkultur zu zeigen, der wir uns selbst zugehörig fühlten.
In den Anfangsjahren der THCENE standen vor allem die spielerischen und rebellischen Seiten der Szene im Mittelpunkt: Demonstrationen für die Legalisierung von Cannabis, Reisen zu Hanfevents im In- und Ausland, Berichte vom High Times Cannabis Cup, der Cultiva oder der Spannabis – und nicht zuletzt ausführliche Sortenporträts und Heimanbauartikel von Growern für Grower. Viele Beiträge erschienen damals noch anonym oder unter Pseudonym, denn Cannabis war noch illegal und viele Szene-Mitglieder wurden strafrechtlich verfolgt.
Erst die Legalisierung in Colorado und Uruguay ab 2013 setzte weltweit eine progressive Welle in Bewegung, von der ab 2017 auch Deutschland erfasst wurde und die schließlich zur Legalisierung von Cannabis als Medizin führte. Damit verlagerte sich auch unser inhaltlicher Fokus etwas: Patienten, ihre Geschichten und der therapeutische Nutzen von Cannabis rückten auch in den Vordergrund. Und immer mehr Menschen traten aus der Schmuddelecke heraus, in die sie die staatlich verordnete Prohibition gedrängt hatte.
2021 wurden wir dann von der Ankündigung der neu gewählten Ampelregierung, Cannabis legalisieren zu wollen, beinahe aus heiterem Himmel überrascht. Nach zahlreichen Diskussionen und politischen Hürden folgte im Frühjahr 2024 schließlich die Teillegalisierung für den Freizeitkonsum.
Wenn wir heute auf 20 Jahre THCENE zurückblicken, sehen wir nicht nur ein Magazin, sondern ein Zeitdokument des gesellschaftlichen und politischen Wandels. Diese Ausgabe steht daher nicht nur für ein rundes Jubiläum, sondern auch für die Erkenntnis, dass ein positiver Wandel grundsätzlich möglich ist – und dass Ausdauer, Liebe zum Detail und Geduld (ähnlich wie bei einem guten Growdurchgang) mit der Zeit zwangsläufig zum verdienten Erfolg führen. Wir sind stolz darauf, diese Entwicklung seit über zwei Jahrzehnten begleitet und ein klein wenig mitgestaltet zu haben und danken Euch für Eure Treue, ohne die die THCENE nie erwachsen geworden wäre.
Cannabis ist heute deutlich legaler als 2006 – und unsere hanfgrüne Subkultur ist erwachsener und gefestigter geworden, ohne dabei ihre Wurzeln vergessen zu haben.


