Über die psychoaktive Schokolade

 

“Ambrosia ist das Getränk der Götter, die Chokolade das der Männer. Diese verlängert das Leben der Menschen, jenes das der Götter.“ (Carl Hartwich)

Es gibt ja viele Stoffe, die kaum als psychoaktive Drogen auffallen oder angesehen werden, obwohl sie definitiv welche sind. Das ist beispielsweise beim Kaffee, beim Tee und manchmal sogar beim Tabak der Fall. Dies sind Drogen, die nur geringfügig auf die Persönlichkeit einwirken und deshalb vom Mainstream nicht zu den Berauschungsmitteln gezählt werden. Eine Substanz aber wird ganz gewiss von den wenigsten mit den Psychoaktiva assoziiert, nämlich der Kakao und die aus diesem hergestellte Schokolade.

Der Verzehr von Schokolade oder Kakao bereitet den meisten Menschen wohlige Glücksgefühle, bringt eine verbesserte Stimmungslage und ein aufgehelltes Gemüt. Da bei der im Mainstream-Lebensmittelhandel zu erwerbenden Vollmilchschokolade oder bei Kabatränken allerdings eher der enthaltene Zucker für die Stimmungsaufhellung und schönen Gefühle verantwortlich ist, kann die Kakaobohne, um die es in diesem Text geht, sich dieser Eigenschaften nicht rühmen. Denkt man. Denn Kakao ist in solchen Vollmilchprodukten kaum enthalten. Dass aber der echte Kakao, der in echter Schokolade auch enthalten ist, zu den psychoaktiven Substanzen gehört, selbst die beschriebenen Effekte zeigen kann und dabei auch noch gesundheitsfördernde Wirkungen entfaltet, ist vielen nicht bewusst.

Der schwedische Naturforscher Carl von Linné führte (neben dem binären Namenssystem der botanischen und zoologischen Taxonomie) für den Kakaobaum die botanische Bezeichnung Theobroma cacao ein, wobei Theobroma auf Deutsch soviel wie „Götterspeise“ bzw. „Speise der Götter“ bedeutet. Linné bezog sich bei der Namensfindung auf die Tatsache, dass die indigenen Ethnien Amerikas den Kakaobaum bzw. dessen Früchte, die Kakaobohnen, seit Jahrtausenden zu rituellen Anlässen sowohl in Zubereitungen einnahmen, wie auch als Opfergabe für die Götter verwendeten.

Kakao bzw. ursprünglich cacao ist in der Mayasprache die Bezeichnung für den Kakaobaum, für die Kakaofrucht wie auch für das aus den Kakaobohnen hergestellte Getränk. Die Azteken bezeichneten den Kakao als cacahuatl und das aus den Kakaofrüchten zubereitete Getränk als xocolatl (auch chocoatl = „Schaumwasser“), woraus der Begriff Schokolade entstanden ist. Der spanische Arzt Francisco Hernandez erforschte Mexiko im Auftrag Philipp II. von 1571 bis 1577. Hernandez überlieferte, dass „die Mexikaner“ den Kakaobaum Cacaua Quahuitl (Cacaguate) nannten.