Wir schreiben das Jahr 1988. In Amsterdam findet der erste High Times Cannabis Cup statt, damals noch in kleinem Kreise mit nur einer Handvoll US-Amerikaner und Holländer. Zu den Gewinnern zählt die 1987 auf dem Markt erschienene Varietät Northern Lights #5 x Skunk #1 von „The Seed Bank“. Die Preisrichter wählen diese Kombination zur besten Sorte der Mostly Indica-Kategorie. Was nicht überraschte, denn die beiden Elternpflanzen erfreuten sich schon damals großer Beliebtheit und waren zuvor bei etlichen Erntedankfesten an der amerikanischen Westküste siegreich gewesen.

In jenen frühen Jahren wurde auch der Begriff des „Amsterdam Genepool“ geprägt, zu dem man Northern Lights #5, Skunk #1 und Haze zählte, die als genetische Bausteine für unzählige andere Sorten dienten und so als Geburtshelfer für die moderne Cannabissorten-Züchtung fungierten. Im Jahre 1990 übernimmt der Sensi Seed Club die Genetik von The Seed Bank und nennt sich fortan Sensi Seed Bank. Wenig später wird der Cannabis Cup-Gewinner Northern Lights #5 x Skunk #1 in Shiva Skunk umbenannt. Dadurch wurde ein etwas sperriger Arbeitstitel durch einen griffigen Sortennamen mit mythischer Anmutung ersetzt. Natürlich wählte Sensi Seeds die Bezeichnung „Shiva“ aus gutem Grund: Die Legende besagt, Shiva habe die bewusstseinserweiternden Eigenschaften von Cannabis entdeckt, als er mitten in einem Ganja-Feld meditierte. Und von den vielen Beinamen der hinduistischen Gottheit Shiva sind „Herr des Bhangs“ (Bhang ist eine indische Cannabis-Zubereitung) und „Der Zerstörer“ im Cannabis-Kontext besonders sinnfällig.

Nun ist die Bezeichnung „Der Zerstörer“ bei Shiva Skunk zwar nicht wörtlich zu nehmen, veranschaulicht aber gut, wie wirkmächtig diese Hybride mit 85 % Indica-Genetik ist. Häufig löst sie eine Indica-typische Knockout-Wirkung aus, kann aber auch einen meditativen, von tiefer Kontemplation geprägten Zustand herbeiführen und bei anderen Konsumenten wiederum ausgelassene Albernheit bewirken. Shiva Skunk legt mit nur 45-55 Tagen eine schnelle Blütezeit hin und schafft es dabei sogar auch noch, sehr üppige Blütenmengen zu produzieren. Es sind kompakt wachsende Pflanzen mit enorm harzigen fetten Buds – das harzreiche Northern Lights #5-Erbe lässt schön grüßen.

Und die Buds sind besonders arm an Blättern, also sehr „haarig“ – in den alten Sensi-Katalogen stand noch der Satz „Man kann die Ernteschere fast wegwerfen, denn bei dieser Sorte gibt es kaum etwas zu schnibbeln.“ Shiva Skunk eignet sich auch gut für Gewächshauskultur, unter natürlichem Licht erreicht sie in der zweiten Oktoberhälfte Erntereife. Das Aroma von Shiva Skunk ist von einer moschusartigen Würze geprägt, die jedoch von süßen Noten der Zitrusfrucht gekontert wird und dadurch mehr Komplexität erfährt. Die Rauchkonsistenz ist besonders dicht bzw. „dick“, laut Sensi Seeds empfinden sie erfahrene Raucher als „cremig“, während sie Neu-Konsumenten eher als ölig-schwer erleben.