Wir leben in modernen Zeiten, wie die vielen innovativen Neuerungen in allen technischen Bereichen belegen. Auch die Künstliche Intelligenz (KI) ist schwer im Kommen und wird wohl bald auch unerfahrene Grower unterstützen können. Mit „Antheia“ gibt es bereits einen ersten konkreten Versuch, die Grundlagen für eine spätere (echte) Growing-KI zu legen. Wir trafen uns mit Antheia-Erfinder Mirko Klees und sprachen mit ihm über die Anfänge und die mögliche Zukunft seiner Entwicklung.

Erzähle doch etwas über deine Person, über deinen beruflichen Hintergrund. Wo kommst du her und wie bist du zu Antheia gekommen?

Nach der Schule fing ich eine Ausbildung zum Programmierer an. Nach der Ausbildung habe ich dann noch einige Jahre in diesem Bereich als Angestellter gearbeitet, bis mir die ganzen unfähigen Chefs zu viel wurden. Es musste etwas Neues her, etwas Kreatives – nicht einfach nur im Büro sitzen und die Tasten klimpern lassen. Mein Traum war schon immer im Filmbereich zu arbeiten, daher absolvierte ich ein einjähriges Praktikum in einer Film- und Werbeagentur. Danach drehte ich einige Kurzfilme, arbeitete als freier Kameramann und gründete meine eigene Firma. Hier konzentrierte ich mich aber wieder auf das Programmieren, da der Filmmarkt doch sehr stark umkämpft ist. Nach etwa acht Jahren lernte ich dann meine spanische Frau kennen und in ihrem Heimatland traf ich ihre ganze Familie. Gerade die Älteren litten hier unter verschiedenen Krankheiten – von chronischen Schmerzen über Asthma und Depressionen bis hin zu Alzheimer. Da in Spanien der private Anbau von zwei Cannabis-Pflanzen erlaubt ist, fragte ich mich, warum sie sich hier nicht ihre eigene Medizin anpflanzen. Also fing ich an, mich über medizinische Anwendungsmöglichkeiten von Cannabis zu informieren, ich las viele Bücher von Ärzten und ähnliche Fachliteratur, denn ich wollte den Menschen in Spanien helfen. Da nicht jeder weiß, wie man diese Pflanze kultiviert, musste ich einen Weg finden, den doch recht komplexen Anbau von Cannabis aus der Ferne zu überwachen und zu steuern. So ist schließlich Antheia entstanden.

Was bedeutet „Antheia“ eigentlich?

Wir haben nach einem Namen gesucht der meine Entwicklung möglichst gut beschreibt, aber Namen wie „Grow-Buddy“ u.ä. gibt es schon wie Sand am Meer. Also suchten wir nach einem eher abstrakten Namen und landeten bei griechischen Göttern. Wir suchten nach einem Gott bzw. einer Göttin, die etwas mit Pflanzen zu tun hat und so kamen wir auf die griechische Göttin der Blüte – auf Antheia. Uns gefiel der Name auf Anhieb, denn er passt perfekt – schließlich bringt Antheia die Pflanzen zum Blühen.

Und was genau ist nun Antheia? Eine Mehrfachsteckdose mit Sensoren oder schon eine Art KI – also eine künstliche Intelligenz?

Antheia ist eine mit Sensoren verknüpfte Mehrfachsteckdose, die von der Antheia-Software gesteuert wird. Zum einen werden dabei die Daten von den Licht-, Erdfeuchtigkeits-, Temperatur-, Luftfeuchtigkeits-, pH- und Wasserfüllstand-Sensoren gesammelt, gespeichert und leicht lesbar dargestellt. Auf der anderen Seite kann man selber Zeiten und Regeln festlegen und z.B. bestimmen, wann welches angeschlossene Gerät aktiv werden soll und wann nicht. So nach dem Motto: Alle 5 Minuten geht der Ventilator für 3 Minuten an. Ist die Erde zu trocken, geht die Wasserpumpe an, ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig geht der Luftbefeuchter an, ist der pH-Wert zu hoch geht die Säurepumpe an. Und natürlich kann man auch die Zeiten einstellen, wann die Lampen angehen und wann sie sich abschalten. Antheia kann bereits eine ganze Menge, auch wenn hier und da noch ein paar kleine Fehler korrigiert werden müssen und ich die Software noch erweitern will. Denn letztendlich soll Antheia konkrete Lösungen bei Problemen anbieten.