Dinosaurier kamen und gingen. Königreiche kamen und gingen. Modewellen kommen und gehen. US-Präsidenten kommen und gehen (hoffentlich bald wieder). Und ja, auch Cannabis-Sorten kommen und gehen…

Nichts währt ewig. Jedem Lebewesen (ob Mensch, Tier oder Pflanze) ist früher oder später der Tod beschieden. Cannabis-Pflanzen sind sogar nur einjährige Gewächse, ihr natürlicher Lebenszyklus währt also nur ein Jahr bzw. eine Saison. Diese Tatsache hat natürlich dazu beigetragen, dass im Laufe der Jahrhunderte und Jahrzehnte viele native Genotypen, aber auch vom Menschen gezielt gezüchtete Sorten verloren gegangen sind. Wäre Cannabis ein Baum, der Hunderte von Jahren alt werden kann, würde hier und da auf dieser Welt noch eine uralte Genetik wachsen und blühen, die man vermehren, sammeln und archivieren könnte. Doch so ist es nicht, und das erklärt unter anderem, warum viele originäre Landrassen aus klassischen Cannabis-Anbauländern wie z. B. Kolumbien, Mexiko, Afghanistan, Indien, Nepal oder Thailand unwiederbringlich von der Bildfläche verschwunden sind. Dies liegt daran, dass dort und in anderen traditionellen Anbaugebieten in den letzten Jahrzehnten im Zuge der Globalisierung vermehrt eine „moderne“ Cannabis-Genetik, also Hochleistungs-Zuchtsorten aus Holland, den USA, Kanada oder Spanien Einzug gehalten und die altangestammten nativen Genotypen verdrängt oder sich mit ihnen vermischt hat. Ein weiterer Grund liegt in der globalen Cannabis-Ausrottungspolitik, die von den Vereinten Nationen verordnet und in den einzelnen Ländern in Form von staatlichen Vernichtungsprogrammen umgesetzt wurde. Das äußerte sich z. B. durch das Roden oder Verbrennen vieler Cannabis-Felder. So sind im Laufe der Zeit etliche einzigartige Genotypen verloren gegangen, der „War on Cannabis“ hat viele Opfer gefordert – pflanzliche wie menschliche.

Doch es ist Besserung in Sicht. Das Bollwerk der weltweiten Cannabis-Prohibition ist in den letzten Jahren marode und brüchig geworden, es fällt immer mehr in sich zusammen. Die Legalisierungswelle hat auf Genussmittelebene zwar noch keines der klassischen Anbauländer in Südamerika (vom kleinen Uruguay einmal abgesehen), Afrika und Asien erfasst, doch immerhin wurde dort in manchen Staaten wie etwa Kolumbien, Zimbabwe oder Thailand ein legaler Zugang zu Cannabis als Medizin geschaffen.