Souvenire sind im schlimmsten Fall Kaffeetassen, dekorative Teller für die Wand, kitschige T-Shirts oder Basecaps, welche im Alltag keine Verwendung mehr finden. Ich kam von meinem Kurztrip aus Barcelona mit einer handvoll Cannabis-Samen zurück, die mir wärmstens empfohlen wurden. Zehn Wochen nach meiner Ankunft waren meine Mitbringsel große Pflanzen voller klebriger und skunkiger Blüten. Mein ganz persönlicher katalanischer Flashback.

Humboldt Seeds hatte ich seit Beginn meiner Homegrower-Karriere lange nicht auf dem Schirm. Geblendet von dem schier endlosen Angebot an Samen, habe ich mich in den ersten Jahren eher an den medial für mich präsenteren Breedern orientiert. Erst mit der Zeit und in diesem Fall durch Zufall, bin ich auch auf kleinere Anbieter wie Humboldt Seeds gestoßen.

Bereits vor meinem Lost Coast Skunk Grow hatte ich schon den einen oder anderen Durchgang mit Humboldt hinter mir und war immer sehr glücklich, was die Ernten betrifft.

Wie so häufig habe ich mich auch für diesen Grow durch eine Begegnung inspirieren lassen und finde es wunderschön, mich beim Rauchen daran zu erinnern.

Vor einiger Zeit war ich in Barcelona, ursprünglich mit dem Ziel, die „Spannabis“ zu besuchen. Dort lud mich ein freundlicher Mensch zu sich ein und überraschte mich mit unzähligen Cannabis-Pflanzen in seinem Garten, zwischen welchen wir stundenlang saßen, selbstgemachte Limonade tranken und natürlich jede Menge biologisch angebautes Gras rauchten. Raul ist etwas älter als ich und demnach auch viel erfahrener, was die Cannabis-Zucht betrifft. Zu meiner Verwunderung hatte er ausschließlich Lost Coast Skunk als automatisch blühende Sorte am Start. Er begründete dies damit, dass die Tage so lange hell und die Sonne so intensiv sei, dass es sich am Ende des Tages quantitativ lohnen würde, auf “Automatics” zurückzugreifen. Er erzählte von seinen unzähligen Grows, von Samen, welche er an entlegensten Orten dieser Welt bekommen oder gefunden hatte und von Problemen mit der Polizei. „Ich betrachte mich selber als Hirte. Was soll aber ein Hirte mit nur drei Schafen? Ich brauche eine ganze Herde um glücklich zu werden.“

Darüber muss ich heute noch laut lachen, wenn mir dieser Spruch wieder einfällt. Aber welcher Homegrower kann dies nicht nachvollziehen? Wir alle würden doch, wenn wir könnten, am liebsten den ganzen Tag nur Cannabis züchten. Mir geht es jedenfalls so. Gerne hätte ich eine Lagerhalle mit verschiedenen Grow- und Arbeitsbereichen und zusätzliche kleine Räume für Experimente. Dabei geht es mir in erster Linie gar nicht darum, viel Geld zu verdienen.

Aber natürlich wäre dies ein schöner Nebeneffekt.