“Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne” sagte einst der große Schriftsteller Hermann Hesse – und wie recht er doch hatte. Es ist ein Zitat, das auch viele Freunde des Cannabis-Growings unterschreiben können, denn vielen Growern bereitet es immer wieder große Freude mitzuerleben, wie ihr eingepflanztes Saatgut durch die Oberfläche bricht und die Sämlinge das Licht der Welt erblicken, es ist ein wahrlich ein magischer Moment. Ja, dieses aufkeimende, zunächst winzig kleine Pflanzenleben ist nichts anderes als ein Wunder der Natur, das sich für die stolze Grower-Mutter oder den stolzen Grower-Vater wie eine kleine Geburt anfühlt. Faszinierend, dass aus so kleinen Körnchen und Sämlingen (gerade im Freiland) am Ende so große Pflanzen werden können – und die Outdoor-Saison steht vor der Tür…

Frühlingszeit ist Aussaatzeit – das merkte ich vor einigen Jahren auch mal im Bio-Supermarkt, als ich an der Kasse mit einem Paket Speisehanfsamen stand. Die ältere Dame vor mir hatte schon die ganze Zeit mit neugierigem Blick darauf geschielt, um mir dann auf einmal in ernstem Ton geradezu konspirativ zuzuraunen: “Kann man damit auch ne Plantage zuhause im Garten anlegen?” Ich antwortete: “Prinzipiell schon, nur ist es erstens verboten und zweitens taugen Speisehanfpflanzen nicht zum Rauchen” – woraufhin die Dame seufzend ihr Bedauern bekundete.

Viele Rauchhanfliebhaber lassen sich von Verboten aber nicht abschrecken und wissen auch ganz genau, dass sie das für ihr Hobby benötigte Saatgut ganz sicher nicht im Bioladen um die Ecke bekommen. Jetzt, da wieder schöner warmer Sonnenschein vorherrscht, juckt es viele Outdoor-Grower gewaltig in den Fingern und sie können es kaum abwarten, das passende Saatgut draußen zur Keimung zu bringen. Manche Leute (vor allem jene, die in Ländern mit legalem Zugang zu Cannabisstecklingen leben) werden vielleicht auch überlegen, ob sie bequemerweise nicht lieber zu Stecklingen greifen.

Zumindest beim Outdoor-Growing gilt stets der Grundsatz, dass es besser ist, mit Samen statt Stecklingen zu growen. Warum? Weil aus Samen gewachsene Pflanzen mehr Kraft haben als Stecklinge, robuster und widerstandsfähiger gegen Wind und Wetter, Schädlinge und Krankheiten sind. Der Schlüssel dazu steckt in der Wurzel: Samen bilden im Gegensatz zu Stecklingen eine kräftige, zentrale Pfahlwurzel mit vielen spindelförmigen Seitenwurzeln aus, die gewissermaßen als unterirdisches “Herz” der Pflanze fungiert. Eine Art Kraftwerk, das von Anfang an da ist, zunächst klein, aber rasch größer und mächtiger wird und die Pflanze sehr effizient mit Wasser und Nährstoffen versorgt. Wenn dieses Herz also gewissermaßen kräftig schlägt und auch oberirdisch gute Wachstumsbedingungen herrschen, wächst eine samenbasierte Pflanze von Anfang an mit optimaler Gesundheit und Vitalität heran.