Jay Jackson wurde als “Laganja Estranja” zu einer der international bekanntesten Drag Queens. Er engagiert sich sowohl für LGBTQ-Rechte als auch für Cannabis-Aufklärung und -Legalisierung. Im Interview erzählt er uns unter anderem, warum er sich mehr Zusammenhalt zwischen diesen beiden Communities wünscht.

Jay, was denkst du, in welcher Rolle du bekannter bist – als Drag Queen oder als Cannabis-Aktivist?

Ich denke, dass ich auf jeden Fall durch meinen Auftritt bei “Rupaul’s Drag Race” in der Rolle von Laganja Estranja bekannter bin.

Haben die Leute die Anspielung in dem Namen “Laganja” eigentlich sofort verstanden?

Anfangs haben die meisten die Anspielung nicht verstanden. Tatsächlich verstehen es viele Leute bis heute nicht, obwohl ich offen als Cannabis-Aktivist auftrete und auch täglich auf Instagram rauche. Ich denke, das beweist wohl, dass ich einen ziemlich cleveren Namen gewählt habe.

Wie bist du denn ursprünglich mit Cannabis in Berührung gekommen? Ich habe gelesen, dass das mit einem Unfall zu tun hatte, den du im College hattest. Kannst du mir etwas darüber erzählen?

Ja, sicher. Das passierte während meiner Tanz-Ausbildung am California Institute of the Arts. Ich war Teil einer Performance, in der mich drei Leute in die Luft heben sollten. Während der Aufführung ging das leider schief, ich wurde fallen gelassen und habe mir das Becken verletzt. Ich fing deshalb an, mich von einem Chiropraktiker behandeln zu lassen. Das hat mir zwar geholfen, aber ich hatte trotzdem immer noch extreme Schmerzen. Es war dann auch dieser Chiropraktiker, der mir empfahl, mir eine Zulassung für eine medizinische Cannabis-Behandlung zu besorgen. Ich hatte Cannabis zwar schon vorher konsumiert, aber eher zur Entspannung. Als Medizin hatte ich es vorher noch nie betrachtet. Als ich dann meine Schmerzen damit behandelte und merkte, wie schnell es wirkt, da wusste ich, dass ich dieses Wissen auch mit anderen teilen möchte.