Praktisch jeder Grower kommt irgendwann an den Punkt, dass er von einer bestimmten Pflanze Stecklinge bzw. Klone nehmen will. Stecklinge herzustellen ist im Prinzip eine simple Sache, denn Hanf ist sehr bewurzelungsfreudig. Doch es gilt, dabei einige wichtige Faktoren zu beachten, damit alles unfallfrei über die Bühne geht.

Als Ausgangspunkt zum Stecklinge-Schneiden braucht man natürlich eine weibliche Mutterpflanze. Eine Mutterpflanze sollte mindestens zwei Monate alt sein, bevor man zum ersten Mal Stecklinge von ihr schneidet. Schreitet man früher zur Tat, sind die Ergebnisse womöglich nur unregelmäßig und langsam wachsend. Die meisten Grower ersetzen ihre Mutterpflanze(n) nach ungefähr einem Jahr, da nach vielfachem Beschneiden die Wüchsigkeit nachlässt und die neu entstehenden Triebe der Pflanzen irgendwann zu stark ausgedünnt sind. Mutterpflanzen sollten täglich 18-24 Stunden Licht erhalten. Um optimale Stecklingsresultate zu erhalten, düngt man Mutterpflanzen mit etwa zehn Prozent weniger Stickstoff als üblich, weil ein etwas geringerer Stickstoffgehalt für eine bessere Stecklingsbewurzelung sorgt.

Man muss wissen, dass Stecklinge vom Schneiden bis zum Anwachsen eine gewaltige Veränderung durchmachen. Sie müssen sich von einer abgeschnittenen Triebspitze in eine komplett neue, bewurzelte Pflanze verwandeln. Der Stängel, aus dem zuvor Blätter und Triebe gesprossen sind, muss auf Wurzelproduktion umschalten. Als Grower sollte man bestrebt sein, die junge Pflanze bei diesem tiefgreifenden Umwandlungsprozess nach Kräften zu unterstützen. Bei der Auswahl des Stecklingsmaterials ist zu beachten, dass große Stecklinge mit großen Stängeln und vielen Blättern mehr Zeit für die Bewurzelung benötigen, als kleine Stecklinge mit kleinen Stängeln und geringem Blattbesatz.

Außerdem ist es so, dass Triebe aus dem unteren Bereich der Pflanzen schneller bewurzeln als Triebe aus höheren Bereichen, weil die Konzentration der pflanzeneigenen Bewurzelungshormone in Bodennähe am Haupttrieb am höchsten und an der Pflanzenspitze am geringsten ist.

Zur Stecklingsproduktion benötigt man Folgendes:

– ein geheiztes Mini-Gewächshaus

– fluoreszierende Röhren (Cool White-Spektrum) oder CFL-Leuchten (6400 K-Spektrum)

– eine Rasierklinge, ein Teppichmesser oder Skalpell

– Reinigungsalkohol zum Desinfizieren der Klinge

– ein Bewurzelungshormonpräparat

– wahlweise Jiffy-Pots, Töpfe mit Pikiererde, gekörntem Blähton, Coco- Anzuchtsubstrat oder Perlite, Steinwollwürfel oder Steinwollmatten. Das Substrat zur Stecklingsbewurzelung muss in jedem Fall nährstoffarm sowie luftig sein und eine gute Drainage haben, damit es nicht zu Staunässe kommt, diese vertragen Stecklinge überhaupt nicht

– Thermometer und Hygrometer oder ein Kombi-Gerät