Einst ein gefeierter Cannabisstrain, heute eine Rarität. Obwohl der Begriff Purple Haze tief in der internationalen Hanfkultur verankert ist, viele Bars danach benannt sind und viele Leute etwas damit anzufangen wissen, ist er auf der Weltbühne der Kiffer seit mehreren Jahren stark verblasst. Dabei handelt es sich hierbei doch um eine so interessante Hanfvarietät. Im Folgenden wird die Sorte Purple Haze spezifisch analysiert, sowie unter kulturgeschichtlichen Gesichtspunkten aufgedröselt.

Wo kommt diese seltsame Art eigentlich her? Das ist wie so vieles in unserer Geschichte nicht exakt zu klären. Man geht davon aus, dass die Sorte schon seit Jahrtausenden in Indien, Brasilien, Mexiko und der Karibik lebhaft wächst und im 19. Jahrhundert durch Handelswege an die Westküste Amerikas gebracht wurde, wo ähnliche klimatische Bedingungen herrschen wie in den Ursprungsregionen. So verbreitete diese Art sich vor allem eben im Westen Amerikas, wo Farmer sie bis zur Cannabis-Prohibition 1933 – dieses Jahr war wohl nicht nur aus rein deutscher Sicht katastrophal – bereitwillig anbauten und ihre Kolonialherren mutmaßlich auch zu Freizeit-Zwecken versorgt hatten.

In den 80er Jahren fanden sich die Samen in den Niederlanden wieder, wo sich zukünftig der neue Schauplatz der Cannabisvarietäten eröffnet und die gehaltvolle Entwicklung derer stattgefunden hat. So wurde in Jahren intensiver Arbeit und Pflege die heute bekannte Purple Haze gezüchtet und mit all ihren bedeutsamen Charakteristiken geformt. Wobei man ganz klar sagen muss, dass die namensgebende Eigenschaft der Violettfärbung schon immer Teil des natürlichen Phänotyps der Sorte war.

Komischerweise hat sich die doch so interessante und einst stark gehypte Pflanzenart als Polypol auf dem heutigen Markt entpuppt, was den Samenverkauf anbelangt. War die Nachfrage nach Ende der Haze-Welle so gering, dass es sich für die meisten Samenbanken nicht mehr lohnte, den Strain weiter im Sortiment zu behalten? Wurde der Kultivierungsaufwand zu hoch oder hatten die Biologen ihr Interesse daran verloren?

Fakt ist, dass man die berüchtigte Purple Haze nur noch von genau zwei Seedbanks auf dem Markt bekommt, nämlich lediglich von Sensi Seeds (White Label) und Suzy Seeds.

Um zu prüfen, ob diese geschichtlich so spannende Pflanze tatsächlich so „mind blowing“ ist, wie es die Gitarrenlegende Jimi Hendrix einst in den Himmel lobte, habe ich einen Grower namens “Jemand” besucht, der sich dieser Sorte 2016 gründlich angenähert hat. Jemand sagte, dass er sich für diesen Growdurchgang für das Angebot von White Label (das auch im Sensi Seeds Webshop erhältlich ist) entschied.