Im Jahre 2003 wurde mit dem Erscheinen des Lowryder-Strains das Zeitalter der Autoflowering-Sorten eingeläutet. Die Seedbank, die diese Sorte seinerzeit herausbrachte, hieß The Joint Doctor. Der gute Doctor war zwar nicht der erste, der eine solche Autoflowering-Pflanze gezüchtet und vermarktet hatte – schon der legendäre Nevil Schoenmakers von “The Seed Bank” hatte Mitte der 80er Jahre eine selbstblühende Ruderalis-Sorte im Programm gehabt – doch erst mit Lowryder wurde Auto-Genetik so richtig bekannt und in der Folgezeit von einem Nischen- zum Massenprodukt. Damit setzte eine weltweite Flutwelle von Autosorten ein, jede Samenbank musste sie auf einmal in ihrem Portfolio haben. Und auch heutzutage ist die Beliebtheit von Autos ungebrochen.

Mittlerweile ist es bei vielen Samenbanken sogar Standard, dass es von einer neuen regulären, also Nicht-Autoflowering-Sorte, die auf den Markt kommt, immer auch eine Auto-Version gibt. Denn Autosorten sind sehr gut geeignet für Leute, die wenig Aufwand betreiben möchten und nicht unbedingt auf maximale Erntemengen aus sind. Vor allem outdoors kommen die Auto-Vorteile zum Tragen. Grower können ihre Pflanzen zu einer beliebigen Zeit im Frühling oder Sommer einfach in die freie Natur, in ein Gartenbeet oder auf den Balkon setzen und dann innerhalb von zwei bis drei Monaten zur Erntereife gelangen lassen – ganz unabhängig von der Lichtperiode. Die Tatsache, dass herkömmliche Autos auch draußen meist nicht höher als einen Meter werden, ist bei einer Outdoor-Kultur ein klarer Vorteil, denn solch kleine diskrete “Camouflage”-Gewächse sind aus der Ferne oder aus der Luft kaum zu entdecken – und bei höher wachsender Umgebungsvegetation auch nicht aus der Nähe. Ein weiteres Plus ist, dass man sogar in Deutschland und in Ländern mit ähnlich gemäßigtem Klima in einer Freiluftsaison bequem zwei Auto-Kulturen hintereinander durchziehen kann, wenn man die erste zeitig im Frühling startet. Beim Thema Indoor-Anbau mit Autos unter Kunstlicht scheiden sich hingegen die Geister: Es gibt nicht wenige Grower, die auch hier die Bequemlichkeit zu schätzen wissen, nicht zwischen Wachstums- und Blütephase unterscheiden zu müssen und ihren Grow von Anfang bis Ende einfach bei permanent 20-24 Stunden Licht durchlaufen lassen zu können. Andere wiederum halten aus verschiedenen Gründen eine Indoor-Autokultur für Unsinn.