Das Hanf Museum Berlin hat die Corona-Zwangspause gut genutzt und in Zusammenarbeit mit dem Street-Art-Künstlerkollektiv “MESY & FRIENDS” nicht nur das ganze Keller-Café komplett (und sehr aufwendig) neu gestaltet, sondern auch zwei reguläre Ausstellungsräume der Hauptausstellung. Noch bis mindestens Mitte September sind im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung “Kunst und Cannabis” die Werke verschiedener Street-Art-Künstler ausgestellt, die sich auf die eine oder andere Weise mit dem Thema Cannabis auseinandergesetzt haben. Koordiniert hat das Ganze Street-Artist Mesy, der auch als “Mesiasoners” bekannt ist. Mesy ist 35 Jahre, geborener Berliner und ein selbständiger Künstler, der sieben Jahre in Moskau lebte – eine Zeit, die ihn sehr prägte, schließlich erlebte er in Moskau den Zusammenbruch des Ostblocks. Nun will Mesy mit seiner Straßenkunst dazu beitragen, dass hierzulande das Cannabisverbot zusammenbricht. Wir sprachen mit ihm über “seine” Kunstform und die künstlerische Veredlung des Hanf Museums.

Was bedeutet dir Cannabis ganz persönlich?

Ich nutze Cannabis schon lange als Genussmittel – aber eben auch in dem Wissen, dass es eine gute Medizin ist. So habe ich zum Beispiel auch für meine Oma schon mal eine entsprechende Creme und Hanf-Tee besorgt, denn ich weiß ja, dass Cannabis auch anderen Menschen gut tut.

Wann hast du angefangen Cannabis zu rauchen?

Meine ersten Erfahrungen sammelte ich schon mit 11 Jahren – da hatte ich gerade Moskau verlassen und kam in den wilden 90ern zurück nach Berlin, wo Cannabis mittlerweile auch im Ostteil sehr verbreitet war.

Mit 11 ist aber doch schon recht früh – das wird ja nicht mal von ausgesprochenen Hanf-Befürwortern empfohlen. Hat dir das rückblickend irgendwie geschadet?

Klar, wenn man in dem Alter schon mit dem Kiffen anfängt, dann bleibt das nicht ohne Folgen. Irgendwann hab ich dann zum Beispiel lieber mit Weed gedealt, als fleißig zu lernen – daher war ich in meiner Berufsausbildung in theoretischen Fragen auch eher schwach. Und über die juristischen Folgen meines damaligen Hobbys will ich mich an dieser Stelle auch gar nicht im Detail auslassen – aber es ist natürlich nicht schön, wenn man wegen Cannabis mehrfach vor Gericht muss. Auf der anderen Seite hat mir Cannabis aber auch dabei geholfen, auf Alkohol zu verzichten – und das ist ja schon etwas Gutes. Inzwischen habe ich also doch irgendwie gelernt, damit vernünftiger umzugehen.