Es ist nochmal richtig heiß geworden im deutschen September. Die Sonne knallte, die Temperaturen stiegen zwischenzeitlich wieder auf über 30 Grad: Schwitzen war angesagt, ebenso natürlich Maßnahmen zur Abkühlung und Erfrischung. Die erfrischendste Obstsorte ist die Zitrone, und so erfreut sich diese Frucht hierzulande vor allem im Sommer in diversen Verarbeitungsformen großer Beliebtheit: Zitronenwasser, Zitronenlimonade, Zitronensorbet und ähnlich zitronige Getränke und Speisen sorgen für spritzig-frische Abkühlung.

Auch eine enge Verwandte der Zitrone ist im Sommer eiskalt in aller Munde – ein Caipirinha-Cocktail mit säuerlich-herber Limette vermittelt erquickend tropischen Genuss. Das besondere Aroma von Zitronen und Limetten, aber auch von anderen Zitrusfrüchten, wird wesentlich von einem zitrusartig duftenden Terpen (Terpene sind aromatische, organische Kohlenwasserstoffverbindungen) geprägt, das seinen Namen sinnfälliger Weise direkt von der Frucht erhalten hat: Limonen, mit Betonung auf der letzten Silbe.

Zitronen und Limonen sind das Gleiche, der Begriff Limone ist älter und war früher allgemein üblich. Das Terpen Limonen kommt jedoch nicht nur in Zitrusfrüchten vor, tatsächlich ist es sogar das in Pflanzen am häufigsten vorkommende Monoterpen. Es dient ihnen unter anderem zur Abwehr von Raubtieren oder Schädlingen. In größeren Mengen findet sich Limonen beispielsweise auch in Koriander, Dill, Rosmarin, Pfefferminze und Kümmel. Bei Zitrusfrüchten enthalten die Schalen besonders viel Terpene.

Interessanterweise ist der Limonengehalt von Orangenöl (meist > 90 %) sogar höher als der von Zitronenöl (ca. 65 %). Aufgrund seines intensiven frischen Duftes wird Limonen auch häufig für Parfüms und Reinigungsmittel verwendet. Beim Menschen entfaltet dieses super-freshe Terpen auch eine medizinische Wirkung, man schreibt ihm schmerzstillende, antidepressive, antibakterielle, pilzabtötende und sogar krebshemmende Effekte zu. Zudem hat es eine positive, aufklarende und aktivierende Wirkung auf das menschliche Gehirn, indem es die Denkfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit verbessert und Stresszustände lindert.

Die Cannabispflanze ist besonders reich an diversen Terpenen, besonders auch an Limonen. Manche Sorten haben einen solch hohen Limonengehalt, dass sie eine eindeutig zitronige Duftnote verströmen. Diese “Zitronensorten” werden von vielen Cannabisfreunden wegen ihrer säuerlichen Frische geliebt. Grund genug, hier einmal fünf solcher Strains etwas genauer vorzustellen.