Outdoor-Growen in Deutschland? Geht das denn?”

“Das Kraut taugt doch sowieso nichts.”

“Bei mir gibt es keinerlei Spots.”

“Das ist unmöglich.”

Sowas bekommt man oft zu hören, wenn man andere Cannabis-Liebhaber fragt, warum sie bereit sind, horrende Preise für Gras aus zweifelhaften Quellen zu bezahlen, anstatt einfach selber ein paar Pflanzen im Freien zu ziehen. In Zeiten von Fake-Hasch, synthetischen Cannabinoiden, Streckmitteln und anderen Schweinereien, die zur Gewinnmaximierung auf dem Schwarzmarkt verbreitet werden, gewinnt die Selbstversorgung zunehmend an Bedeutung.

Für mich begann die Reise vor ca. 20 Jahren, als ich zum ersten Mal im Garten meiner wenig begeisterten Eltern ein paar gekaufte Samen aussäte. Durch eine glückliche Fügung kam ich damals auch zu einem Kollegen, bei dem eine etwa 80 cm hohe Pflanze stand. Diese wurde mir übergeben, da er es vor seinem längeren Urlaub nicht mehr schaffte, sie noch “auszuwildern”. Wir haben also unsere Kräfte und Pflanzen gebündelt und einen Grow-Raum gebastelt, den wir auch drei Jahre gemeinsam betrieben, bevor sich unsere Wege aus beruflichen und privaten Gründen trennten.

In einem dieser frühen Jahre hatten wir auch ein paar Stecklinge übrig, welche wir an einem vermeintlich passenden Ort im Freien platzierten. Die Pflanzen wuchsen auch super, aber sie dufteten auch aus mehreren Dutzend Metern Entfernung. Aufgrund unserer fehlenden Erfahrung und des damaligen Jahrhundertsommers, gingen wir auch ein paar Mal mit Kanistern gießen. Dabei entstand ein Trampelpfad, welcher am Ende wohl dafür gesorgt hat, dass uns die Pflanzen unreif geklaut wurden.

Entnervt mussten wir also direkt die Erfahrung machen, dass unsere ganze Arbeit umsonst war und sich nun jemand anders (das muss ein Dilettant gewesen sein, der diese traurigen, unreifen Knospen geerntet hat) an unseren Pflanzen bereichert hatte. Wie wir später erfuhren, hatte wohl der Nachbar (mit dessen Pflanze einst alles begann) einen

Bekannten, der es gefunden und geerntet hat. Wir waren zwar fast sicher, dass er es selbst geerntet hatte, aber das konnten wir natürlich nicht beweisen. Jedenfalls war dies der traurigste Augenblick überhaupt, und wir schworen uns, nie wieder Outdoor anzubauen.